Daimer bastelt an eigener Kfz-Versicherungsplattform

Martin Thaler Digital Versicherungen

Daimler gründet zusammen mit der Swiss Re eine eigene Mobilitätsplattform, über die Versicherer ihre Produkte anbieten können. Der Autobauer will auf diese Weise mehr Einfluss auf die Produktentwicklung und Preisgestaltung bekommen.

Mercedes

Der Autohersteller Daimler bastelt zusammen mit der Swiss Re an einer eigenen Mobilitätsplattform. Bild: Pixabay/ pixel2013

Die Automobilindustrie und das Geschäft mit Kfz-Versicherungen stehen von einem bedeutenden Wandel. Auf der einen Seite müssen die Versicherer auf neue Antriebsarten wie E-Motoren reagieren, auch das autonome Fahren gewinnt an Bedeutung und stellt Fahrzeughersteller wie Versicherer vor neue Herausforderungen. Um diesen besser begegnen zu können, haben sich nun der Autobauer Daimler und der Schweizer Rückversicherer Swiss Re zusammengeschlossen. Gemeinsam wollen sie einen eigenen Vermittler für Auto- und Mobilitätsversicherungen auf die Beine zu stellen.  

Das Gemeinschaftsunternehmen namens „Movinx“, an dem beide Unternehmen jeweils 50 Prozent halten, will mit der Schaffung einer neuen Versicherungsplattform tiefer in die Wertschöpfungskette des Versicherungsgeschäfts einsteigen und mehr Einfluss auf die Produktentwicklung und Preisgestaltung bekommen.  

Für Kfz-Versicherer ein Grund zur Sorge

„Unser gemeinsames langfristiges Ziel ist es, ein Ökosystem zu schaffen, in dem die Versicherung die Einführung neuer Technologien wie fortschrittliche Fahrassistenzsysteme und autonome Fahrzeuge sowie neue Geschäftsmodelle im Mobilitätsbereich unterstützt“, erklärte Pravina Ladva, Digital Transformation Officer bei der Swiss Re.  

Das neue, in Berlin beheimatete Unternehmen soll Erstversicherern offenstehen, die über die Technologieplattform ihre Produkte vertreiben können. Die ersten Versicherungsprodukte und -dienstleistungen sollen 2021 in Frankreich eingeführt werden. Weitere Markteintritte sind in den kommenden Jahren darüber hinaus neben Europa auch in Amerika und Asien geplant.  

Für die Kfz-Versicherer ist diese Entwicklung durchaus ein Grund zur Sorge – schließlich geht es um die von den Fahrzeugen immer stärker gesammelten Daten über Fahrverhalten oder Verkehrsflüsse, welche die Kfz-Hersteller für weitere Geschäftsfelder nutzen können. Auch Movinx will diese Daten nutzen, um die Versicherungsangebote auf den jeweiligen Kunden zuschneiden zu können.  

Tesla macht es vor

Auch andere Autohersteller gehen diesen Weg: So will beispielsweise Tesla in Europa zukünftig eigene Kfz-Policen anbieten und sucht seit Mai Versicherungsexperten für seinen neuen Standort bei Berlin. Der bayerische Anbieter Quantron, der Nutzfahrzeuge mit Verbrennungsmotor in elektrische oder wasserstoffbetriebene Fahrzeuge umbaut, will ebenfalls eine eigene Versicherungsgesellschaft aufbauen. „Wir haben nicht die Zeit, die Versicherer zu Experten zu machen. Wir haben schon das Expertenwissen, deshalb machen wir es jetzt selbst“, zitierte die Süddeutsche Zeitung einen Firmensprecher.  

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