Check24: Bankenverbände sehen Wettbewerbsverzerrung

Florian Burghardt Digital Berater

Das Vergleichsportal Check24 agiert seit Kurzem auch als Bank. Im parallelen Vergleich von Konten verschiedener Anbieter sehen zwei Bankenverbände einen Interessenkonflikt. Sie fordern nun ein Einschreiten der zuständigen Bundesministerien.

Check24 agiert mittlerweile gleichzeitig als Bank und Vergleichsportal für Konten. Darin sehen zwei Bankenverbände eine Wettbewerbsverzerrung.

Check24 agiert mittlerweile gleichzeitig als Bank und Vergleichsportal für Konten. Darin sehen zwei Bankenverbände eine Wettbewerbsverzerrung. Bild: Pixabay

Normalerweise bekommt Check24 viel Gegenwind aus der Versicherungsbranche. Vor allem der BVK und die Unternehmen der Huk-Coburg-Versicherungsgruppe liegen häufiger im Clinch mit dem als Versicherungsmakler tätigen Vergleichsportal. Doch nun sorgt Check24 anscheinend auch im Bankensektor für Ärger.

Aufhänger ist das kürzlich gestartete Banking-Angebot der Münchener. In diesem, gepaart mit der Funktion als Vergleichsportal für Bankkonten, sehen der Verband der Sparda-Banken und der bayerische Genossenschaftsverband (GVB) einen Interessenkonflikt. Darüber informiert die dpa, der ein gemeinsamer Brief der beiden Bankenverbände an Bundesfinanzminister Olaf Scholz und Bundesjustizministerin Christine Lambrecht vorliegt.

Verbände fordern politisches Einschreiten

Die Presseagentur zitiert aus dem Brief: „Dieser Markteintritt verzerrt nicht nur in unzulässiger Weise die Wettbewerbssituation, er stellt auch die Objektivität von Check24 als zertifizierten Anbieter einer Vergleichswebsite (...) massiv in Frage.“ In der Folge würden die beiden Verbände (der GVB vertritt knapp 230 Volks- und Raiffeisenbanken, der Verband der Sparda-Banken bundesweit die elf ehemaligen Eisenbahner-Genossenschaftsbanken) die Minister auffordern, entweder allgemeingültig den gleichzeitigen Betrieb von Vergleichsportal und Bank zu verbieten, oder Check24 im Speziellen zur Einstellung seines Vergleichsportals aufzufordern.

Dem ersten Eindruck nach bewegt sich Check24 mit seinem kombinierten Angebot aus Bank und Vergleichsportal im legalen Bereich. Denn die Verbände fordern entweder eine spezifische Aufforderung zur Unterlassung gegen das Münchener Unternehmen oder eine Nachbesserung beziehungsweise Klauseleinführung in die Vergleichswebsitesverordnung (VglWebV). Diese wurde von den beiden angerufenen Ministerien gemeinsam erstellt. Sie stellt quasi das Regelwerk für die Arbeit von Vergleichsportalen.

Check24 sieht keine Probleme

Gegenüber der dpa weisen die Münchener die Vorwürfe zurück. Ihr Kontenvergleich sei staatlich reguliert und TÜV-zertifiziert. Eben diesen Vergleichskriterien müsse sich auch das hauseigene Bankangebot genauso stellen, wie alle weiteren verglichenen Produkte. „Von daher sehen wir in keinster Weise einen Interessenkonflikt“, konstatierte ein Check24-Sprecher.

Mit Verweis auf die VglWebV heißt es von Seiten des Vergleichsportals weiter, dass Politik und Regulierer den Verbraucher durch solche Vergleiche stärken wollen. Man würde sich dabei genau an die bestehende Reglementierung halten.

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