Bauhandwerk: Worauf sollten Makler in der Beratung achten?

Berater Versicherungen von von Carla Fritz

Branchenspezifischer Haftpflichtschutz für das Bauhandwerk – welche Besonderheiten und Risiken stechen dabei heraus? Daniel Berg, Underwriter Sach-Haftgewerbe und Maklerbetreuer bei der Inter, gibt Tipps.

Daniel Berg

Daniel Berg, Underwriter Sach-Haftgewerbe und Maklerbetreuer bei der Inter, gibt Tipps. Bild: Inter

procontra: Branchenspezifischer Haftpflichtschutz für das Bauhandwerk – welche Besonderheiten beziehungsweise Risiken stechen dabei heraus?

Daniel Berg: Wenn Handwerker sich beispielsweise Maschinen leihen, brauchen sie dafür eine entsprechende Absicherung. Aber auch wenn sie direkt beim Kunden arbeiten. Schlagworte dazu sind Mietsachschäden, Bearbeitungsschäden, Mängelbeseitigungsnebenkosten, Nachbesserungsbegleitschäden. Die Abdeckung dieser Risiken ist in der Haftpflicht für das Bauhandwerk heute ein absolutes Muss, und das möglichst ohne Sublimits. Was wir gerade Maklern bezüglich der Haftungssicherheit empfehlen: Es sollte auch eine Besserstellungsklausel enthalten sein. Sie garantiert Kunden, sich bei einem Wechsel nicht schlechterzustellen.

procontra: Ein Wechsel will bekanntlich gut überlegt sein. Wo sehen Sie für Makler an dieser Stelle Anknüpfungsmöglichkeiten?

Berg: Eine Frage wäre zum Beispiel, wann der Handwerker zum letzten Mal seinen Versicherungsschutz überprüft hat. Wenn im Gespräch herauskäme, dass die Police schon mehr als fünf Jahre besteht und seitdem auch nicht mehr angefasst wurde, besteht akuter Handlungsbedarf. Allein schon von der Gesetzgebung her. Dann sollte man über die bereits erwähnten Punkte hinaus nachhaken: Ist die Produkthaftpflichtversicherung mit dabei, für den Fall, dass der Baubetrieb auch eigene Produkte mit verkauft? Ist auch das bauseits übergebene Material mit abgedeckt?

procontra: Wo liegt im letztgenannten Punkt das Problem?

Berg: Viele Auftraggeber kaufen ihre Baumaterialien selbst. Wenn der Handwerker das Material beschädigt, hätte er rein rechtlich keinen Versicherungsschutz. Weil wir hier in der Vertragserfüllung sind. Mit einer solchen Klausel bekommt er es trotzdem bezahlt. Nicht zu vergessen: Sofern der Handwerksbetrieb Drohnen einsetzt, sollte das entweder auch als Leistungsbaustein in der Betriebshaftpflichtversicherung verankert sein oder als separater Schutz laufen.

procontra: Durch neue Technologien wie Digitalisierung wandeln sich auch im Bauhandwerk Berufsbilder, Arbeiten der Gewerke überschneiden sich. Inwieweit wäre das dann auch über die betriebliche Haftpflichtpolice gedeckt?

Berg: Gehört die Tätigkeit mit zum Berufsbild, ist sie in der Regel mitversichert – auch wenn es sich um eine Arbeit in einem anderen Gewerk handelt. Wenn der Gas-Wasser-Installateur beispielsweise die Systemsteuerung im Haus anschließt, dann braucht er nicht extra Risikoschutz als Elektroinstallateur oder gar eine IT-Police. Dennoch sollte man – immer wenn es sehr speziell wird – besser Rücksprache mit dem Versicherer nehmen. Mittlerweile versichern die guten Anbieter die Berufsbilder aber mit und beziehen sich dabei auf die Handwerksordnung, Paragraf 5.

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