Aus für Joonko: Nächstes Insurtech strauchelt

Florian Burghardt Digital Versicherungen

Kurz nach dem digitalen Versicherungsvermittler Getsurance ist nun auch das Versicherungsvergleichsportal Joonko in finanzielle Schieflage geraten. Im Vorjahr waren die Berliner noch als Check24-Herausforderer gehandelt worden.

Joonko-CEO Dr. Carolin Gabor hatte mit dem jungen Vergleichsportal eigentlich noch viel vor. Doch ohne frisches Geld bleibt dem InsurTech jetzt nur die Geschäftsaufgabe.

Joonko-CEO Dr. Carolin Gabor hatte mit dem jungen Vergleichsportal eigentlich noch viel vor. Doch ohne frisches Geld bleibt dem InsurTech jetzt nur die Geschäftsaufgabe. Bild: Joonko

Noch bevor die Marke Joonko überhaupt kommuniziert worden war, wurde öffentlich schon von einem neuen großen Vergleichsportal für Kfz-Versicherungen gesprochen. So groß, dass es sogar dem Platzhirsch Check24 Konkurrenz machen könnte. Doch jetzt, ziemlich genau ein Jahr nachdem das Berliner Insurtech mit einer Betaversion für den Vergleich von Kfz-Policen gestartet war, schließt es seine Tore schon wieder.

„Wir sind mit einer großen Vision und Ambition im letzten Jahr an den Start gegangen. Wir sind mit hoch innovativen Produkten im Markt gestartet und sind bis heute überzeugt, dass der Vergleichsmarkt einen weiteren fairen und transparenten Player braucht. Die Pandemie hat uns jedoch als junges Unternehmen gezeigt, dass dafür mehr Kapitalpuffer nötig ist. Eine ausreichende Finanzierung konnten wir mit unseren Investoren leider zu diesem Zeitpunkt nicht realisieren“, erklärte Joonko-CEO Dr. Carolin Gabor gestern in einem Statement.

Manchen Insurtechs geht in der Krise das Geld aus

Durch die Covid-19-Pandemie sei nicht nur bis heute die Nachfrage nach Automobilen zurückgegangen, sondern mit ihr auch die nach entsprechenden Versicherungsprodukten. Auf dem ohnehin sehr umkämpften Kfz-Markt sei es daher für einen jungen Marktteilnehmer wie Joonko besonders schwer geworden, Kunden zu akquirieren.

Mehr Kapital hätte hier helfen können. Da die zu Beginn erhaltenen Investitionen in Höhe von 10,5 Millionen Euro nicht mehr ausreichten, wurde die bei Insurtechs übliche Serie-A-Finanzierungsrunde im Frühjahr 2020 eingeleitet. Da, laut Gabor, aber einer der Lead-Investoren kurzfristig ausstieg, konnte so schnell kein gleichwertiger Ersatz mehr gefunden werden. Somit blieb dem jungen Vergleichsportal nichts anderes übrig als den Geschäftsbetrieb einzustellen. Die 43 Mitarbeiter sollen neue Job-Angebote von der Finleap-Gruppe erhalten, die Joonko mit aufgebaut hat.

Mit dem Vergleichsportal ist im Oktober bereits das zweite bekannte Insurtech ins Straucheln geraten. Vor zwei Wochen hatte der digitale Versicherungsvermittler Getsurance das Insolvenzverfahren beantragt.

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