Allianz stellt Pensionskassen-Neugeschäft komplett ein

Florian Burghardt Versicherungen Top News Berater

Schon ab dem kommenden Jahr will der LV-Marktführer zudem keine Verträge mehr anbieten, die einen 100-prozentigen Erhalt der eingezahlten Beiträge garantieren. So soll weniger Kapital an die Erfüllung der Garantien gebunden und damit frei für kapitalmarktnahe Anlagen werden, die mehr Rendite erhoffen lassen. Dazu heißt es in der Mitteilung:

Allianz Leben fokussiert im Produktangebot der Altersvorsorge ab 2021 auf Lösungen mit zeitgemäßen Garantien, die je nach Kundenwunsch am Ende der Ansparphase auf einem Niveau von mindestens 90, 80 oder 60 Prozent der gezahlten Beiträge liegen. […] Denn mit angepassten Garantien und flexiblerer Kapitalanlage verbessern sich die Chancen für langfristig attraktive Renditen in Zeiten von Null- und Negativzins.

Hoffnung auf mehr Rendite

Eine Absenkung der Beitragsgarantie um 10 oder 20 Prozent mag nicht als großer Hebel erscheinen. Doch die Allianz rechnet vor: In ihrem Vorsorgekonzept „KomfortDynamik“ führt eine 80-prozentige Beitragsgarantie dazu, dass etwa zwei Drittel der eingezahlten Beiträge in chancenorientierte Anlagen fließen könne, die einen hohen Anteil von Aktien und Investments in Infrastruktur und erneuerbare Energien enthalten. Bezüglich Schwankungs- oder Verlustrisiko verweist die Allianz Leben auf ihr Sicherungsvermögen und ihre Kompetenz in der Kapitalanlage.

Beispielsweise eine private Rentenversicherung mit 100 Prozent Beitragsgarantie werden Kunden bei der Allianz also ab 2021 nicht mehr erhalten. Ausnahme bleiben Vorsorgekonzepte, die ein Garantieniveau von 100 Prozent gesetzlich vorschreiben. Dazu zählen etwa Riester-Verträge oder bAV-Verträge, die über eine Beitragszusage mit Mindestleistung verfügen.

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