Whisky-Geschenk erzielt Traum-Rendite für Sohn

Martin Thaler Sachwerte Panorama

Ein englischer Vater kaufte seinem Sohn zu jedem Geburtstag eine Flasche Macallan-Whisky. Jahre später verkaufte der Sohn die Sammlung für ein Vielfaches. Wer bei seiner Geldanlage nun auch auf Hochprozentiges setzen möchte, sollte einiges beachten.

Whisky

Nicht trinken, nur sammeln: Wer Whisky als Geldanlage betrachtet, muss auf eine Kostprobe verzichten. Bild: Adobe Stock/ bizoo_n

Für ein Neugeborenes ist eine Flasche Whisky wahrscheinlich ein äußerst ungewöhnliches Geschenk. Auch ein Acht-, Zehn- oder Zwölfjähriger kann man mit dem hochprozentigen „Lebenswasser“ in der Regel eher wenig anfangen.  

Ein Vater in Großbritannien, Pete Robson, entschied sich dennoch dazu, seinem Sohn Matthew von seinem ersten Geburtstag an zu jedem neuen Lebensjahr eine Flasche Macallan Whisky zu kaufen. In der BBC erklärte Vater Robson: „Anfangs sollte es lediglich ein einmaliges Geschenk sein, doch aufgrund einer glücklichen Fügung haben wir weitergemacht.“ Bis zum 28. Lebensjahr des Sohnes investierte Robson insgesamt 5.000 britische Pfund – doch das Investment sollte sich auszahlen.  

Denn Matthew Robson verkaufte nun seine Whisky-Sammlung an einen internationalen Käufer für insgesamt 44.000 Pfund, berichtet die BBC. Whisky-Broker Mark Littler beschrieb die Spirituosen-Sammlung als perfektes Set und fügte an: „Es fasziniert mich seit langem, wie stark der Markt für Macallan Whisky ist.“  

Dass die Preise für Whisky praktisch atemberaubende Höhen annehmen können, zeigte sich 2018, als das Auktionshaus Christies einen 60-jährigen Macallan für nicht weniger als 1,53 Millionen Dollar versteigerte. Laut den auf Whiskys spezialisierten Analysten von „Rare Whisky 101“ wurden 2018 Flaschen im Wert von über 40 Millionen Pfund versteigert – durchschnittlich wurden dabei knapp 500 Dollar pro Flasche ausgegeben. 

Schwierige Handelbarkeit

„Die Preissteigerungen betreffen nicht nur Flaschen, die weit über 1.000 Euro kosten“, erklärt Gunther Hemmann, Finanzberater aus Dessau gegenüber procontra. Auch Standard-Whiskeys, die vor zehn Jahren noch 30 bis 50 Euro im Supermarkt gekostet haben, hätten zuletzt stark an Wert zugelegt. „Die Nachfrage war einfach so groß, dass die Lager in Schottland mittlerweile leer sind.“  

Wer als Anleger jetzt auf Whisky-Investments setzen möchte, sollte allerdings die schwierige Handelbarkeit beachten. „Besonders wenn es um die Auflösung einer Sammlung geht, kann das schon kompliziert werden“, weiß Hemmann. Zudem brauchen Anleger entsprechenden Platz sowie eine Versicherung. „Mit einer normalen Hausratsversicherung ist es hier meistens nicht getan“, so Hemmann.  

Für Matthew Robson hat sich das Investment seines schottischstämmigen Vaters jedoch ausgezahlt – den erzielten Erlös will der 28-jährige Robson nun in eine Wohnung oder ein Haus investieren.

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