Wegen Corona-Lücke: GKV-Zusatzbeitrag wird erhöht

Florian Burghardt Berater

Die GKV-Zusatzbeiträge werden 2021 erhöht. Der Grund sei eine Corona-bedingte Finanzierungslücke der Krankenkassen. Damit steigt auch der GKV-Höchstbeitrag stärker als erwartet. Erste Stimmen haben bereits Kritik an den Plänen geäußert.

Durch die Erhöhung der Zusatzbeiträge wird 2021 auch der GKV-Höchstbeitrag stärker ansteigen als zunächst erwartet.

Durch die Erhöhung der Zusatzbeiträge wird 2021 auch der GKV-Höchstbeitrag stärker ansteigen als zunächst erwartet. Bild: Adobe Stock

Im kommenden Jahr sollen die Zusatzbeiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) steigen. Geplant ist eine Erhöhung des durchschnittlichen Zusatzbeitrags von aktuell 1,1 Prozent auf dann 1,3 Prozent. Das berichten mehrere große Zeitungen unter Berufung auf ein gemeinsames Konzeptpapier von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD).

Begründet wird die Maßnahme mit einer Finanzierungslücke von rund 16,6 Milliarden Euro, mit der die Krankenkassen für das Jahr 2021 rechnen müssten. Zwar sind in den vergangenen Jahren immer wieder Leistungen aus den Katalogen der GKV gestrichen worden, was den Kassen Einsparungen ermöglichte. Jedoch hätten Mindereinnahmen aufgrund der Wirtschaftskrise sowie höhere Gesundheitsausgaben als Folge der Corona-Pandemie diesen Schritt bedingt.

Letzten Endes wird jede Krankenkasse einen individuellen Zusatzbeitrag für ihre Mitglieder festlegen und kann dabei auch vom Durchschnittsniveau abweichen. Ausgehend von 1,3 Prozent erhöht sich der gesamte GKV-beitragssatz dann auf 15,9 Prozent, die paritätisch von Arbeitgeber und Arbeitnehmer getragen werden.

GKV-Höchstbeitrag steigt damit noch weiter

Insgesamt klettert der Sozialversicherungsbeitragssatz damit auf 39,95 Prozent und bleibt damit ganz knapp unter der symbolischen Grenze von 40 Prozent des Gehalts. Für Kinderlose, die in der Pflegepflichtversicherung 0,25 Prozentpunkte mehr bezahlen müssen, übersteigt er diesen Wert jedoch (40,2 Prozent). Darauf hatte auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung hingewiesen, die als Erstes über die Pläne berichtet hatte. Politik und Wirtschaft hatten in den letzten Monaten mehrfach betont, dass die Grenze von 40 Prozent nicht überschritten werden soll.

Vor dem Hintergrund der für 2021 geplanten Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) in der GKV ergibt sich durch die Anpassung des durchschnittlichen Zusatzbeitrags auch ein neuer GKV-Höchstbeitrag. Für versicherte Beitragszahler mit Kindern wird dieser dann bei 916,71 Euro monatlich liegen (inkl. Arbeitgeberanteil), für Kinderlose sogar bei 928,80 Euro.

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