Vorsorge: Einwohner dieser Regionen müssen am meisten fürs Alter zurücklegen

Anne Hünninghaus Versicherungen

Um im Alter ihren Lebensstandard halten zu können, müssen alle Deutschen zusätzlich zur erwarteten Rente Geld zurücklegen. Wie hoch der Sparbetrag sein sollte, ist derweil stark von der Wohnregion abhängig, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Hamburg ist für Rentner am teuersten

Hamburger sollten monatlich 310 Euro für das Alter sparen, um ihren Lebensstandard halten zu können. Bild: Adobe Stock/Jonas Weinitschke

Dass Wirtschaft, Löhne, Renten und Lebenshaltungskosten in Deutschland stark regional abhängig sind, hat gravierende Folgen für den Altersvorsorgebedarf. Obwohl die Einwohner wirtschaftsstarker Gegenden tendenziell auch über höhere Einkommen und Renten verfügen, müssen sie oft überdurchschnittlich hohe Beträge zur Seite schaffen, um ihren Lebensstandard im Alter aufrechterhalten zu können. Dieser Umstand ist bedingt durch die teils massiv erhöhten Lebenshaltungskosten, die die Lohnvorteile schlichtweg aufzehren. Vor allem Wohnkosten sind dabei ein entscheidender Faktor. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts Prognos im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), für welche die notwendigen Sparbeträge für alle Landkreise ermittelt wurden.

Bundesweit am höchsten ist die Belastung demnach im Süden und in zwei Stadtstaaten. Hier müssen heute 40-Jährige bis zu 5,8 Prozent ihrer Einkommen beiseitelegen, um im Alter ausreichend abgesichert zu sein. Welche Bundesländer das im einzelnen sind, sehen Sie unten in unserer Bilderstrecke.

Im Bundesdurchschnitt muss ein heute 40-jähriger etwa 4,3 Prozent seines Einkommens zurücklegen. Den geringsten finanziellen Aufwand haben laut Studie die Bewohner Hagens. In der nordrhein-westfälischen Stadt reicht es für die Einwohner bis zum Rentenbeginn 3,3 Prozent des Einkommens auf die hohe Kante zu schaffen. Mit 3,4 Prozent geringfügig höher ist die Sparbelastungsquote für die Menschen in Gelsenkirchen und Wilhelmshaven.

Die gesetzliche Rente allein reicht in keinem Bundesland aus

In keiner Region reiche die gesetzliche Rente aus, betont GDV-Geschäftsführer Peter Schwark. Daher sei es wichtig, möglichst früh mit dem Sparen anzufangen, um vom Zinseszinseffekt zu profitieren, und die Sparbeträge regelmäßig an das steigende Einkommen anzupassen. Darauf sollten Makler Kunden insbesondere in den Regionen hinweisen, in denen die zu erwartende Rentenlücke am höchsten ist.

Für die Berechnung des Vorsorgebedarfs eines 40-jährigen so genannten Eckrentners hat Prognos 55 Prozent des letzten regionalen Einkommens zum Rentenbeginn im Jahr 2047 als Zielgröße definiert. Aufgrund der bis dahin ungleichen wirtschaftlichen Dynamik und Lohnentwicklung ergeben sich für die 401 Kreise unterschiedliche Rentenniveaus von 43 bis 46,6 Prozent. Um die Sparbelastungsquote zu ermitteln, wurden die regionalen Sparraten ins Verhältnis zum jeweiligen, kaufkraftbereinigten Einkommen gesetzt.

Die Belastung für den einzelnen Sparer liegt in den folgenden sechs Bundesländern über dem Bundesdurchschnitt.

In diesen Regionen ist die Sparbelastung am höchsten

6. Sachsen
Leicht über dem Bundesdurchschnitt liegt die sächsische Sparbelastungsquote (im Bild: Dresden). Rund 4,4 Prozent des regionalen Einkommens muss ein 40-Jähriger in der Region auf die Seite legen, um im Alter damit seine Rente so weit aufbessern zu können, dass er seinen Lebensstandard halten kann. Dies entspricht einem durchschnittlichen monatlichen Sparbetrag von etwa 140 Euro. BIld: Adobe Stock/tichr