Von den Grenzen der PKV-Leistungspflicht

Florian Burghardt Berater Recht & Haftung

Eine Behandlung von Grauem Star ist heutzutage eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Doch weil ein privater Krankenversicherer nicht die vollen Kosten dafür tragen wollte, zog sein Kunde vor das Düsseldorfer Oberlandesgericht.

Laserbehandlung bei Grauem Star: Übernimmt die PKV hier regelmäßig die ganze Rechnung?

Laserbehandlung bei Grauem Star: Übernimmt die PKV hier regelmäßig die ganze Rechnung? Bild: Pixabay

Experten betonen immer wieder, dass man sich seine private Krankenversicherung (PKV) nicht nach dem günstigsten Preis aussuchen sollte. Entscheidend sei vielmehr, dass man sich unter Berücksichtigung einer fachkundigen Beratung ein Leistungspaket zusammenstelle, dass zu den individuellen Bedürfnissen passt.

Von den Grenzen der PKV-Leistungen berichtet hingegen ein Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf (Az.: I-4 U162/18 vom 28.08.2020) – zumindest wenn es dabei um unverhältnismäßig hohe Arztrechnungen geht. Ein privat Krankenversicherter hatte sich seinen Grauen Star behandeln lassen. Dazu nahm er aber nicht allein eine Operation mit Skalpell in Anspruch, sondern ließ diese für ein besseres Ergebnis durch den Einsatz eines sogenannten Femtosekundenlasers ergänzen.

Diese spezielle Anwendung hatte der Arzt als doppelt so teuer in Rechnung gestellt, wie eine Operation mittels Skalpell. Für den Lasereinsatz wurden zusätzliche 2.200 Euro fällig. Nachdem sein Krankenversicherer ihm diese Summe nicht vollständig ersetzen wollte, ging der Mann vor Gericht.

Keine selbstständige ärztliche Leistung

Dort musste er aber eine Niederlage einstecken. Die Richter entschieden, dass der Arzt die Behandlung als zu teuer angesetzt hatte. Diese dürfe nur wie eine Operation mittels Skalpell berechnet werden, inklusive eines geringen Zuschlags. Keinesfalls dürfe die Rechnung aber das Doppelte betragen. Insgesamt konnte der Arzt deshalb nach der Gebührenordnung für die Operationsleistung nur rund 1.860 Euro abrechnen.

Als selbstständige ärztliche Leistung, die den hohen Preis rechtfertige, könne die Laserbehandlung zudem nicht abgerechnet werden. Denn wie ein Sachverständiger erklärte, diene der Laser weiterhin nur dazu, die bewährte und gebührenrechtlich erfasste Operationstechnik zu optimieren. Mehr als ein Zuschlag dürfe daher nicht erhoben werden.

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