Versicherer profitieren vom Hunde-Boom

Martin Thaler Berater

In der Corona-Krise ist die Nachfrage nach Hunden deutlich angestiegen, viele Menschen erfüllen sich den Wunsch nach einem tierischen Begleiter. Auch die Versicherer bekommen das zu spüren – für Makler bietet sich hier eine große Chance.

Hunde

In Deutschland ist aufgrund der Corona-Pandemie ein regelrechter Hunde-Boom feststellbar. Bild: Pixabay/ Thomas_Ritter

–In der Corona-Krise scheinen sich viele Deutsche ihren Wunsch nach einem Haustier erfüllt zu haben. Die Arbeit im Home-Office verschafft vielen Arbeitnehmer ein Mehr an Freizeit, aber auch verstärkte Einsamkeit, die den Wunsch nach einem tierischen Kumpan zu beflügeln scheint. „Es gibt Nachfrage ohne Ende“, erklärte Udo Kopernik vom Verband für das deutsche Hundewesen gegenüber dem ZDF.  

Auch bei den Versicherungen schlägt sich der Hunde-Boom mittlerweile nieder. „Im Juni, Juli und August war die Nachfrage nach Hundehaftpflichtversicherungen rund 30 Prozent höher als im vergangenen Jahr“, sagt Benny Barthelmann, Haftpflichtexperte bei der R+V Versicherung.  

 

In vielen Bundesländern ist eine Haftpflichtversicherung gesetzliche Pflicht für Hundebesitzer, in manchen Bundesländern gilt diese Verpflichtung nur für bestimmte, als gefährlich eingestufte Tiere. Unabhängig von der Gesetzeslage rät Barthelmann zum Abschluss einer Haftpflichtversicherung. „Die Hundehaftpflichtversicherung schützt den Tierhalter vor dem finanziellen Ruin“, so Barthelmann.  

Wann die Haftpflichtversicherung am häufigsten greift

Am häufigsten werde die Haftpflichtversicherung in Anspruch genommen, weil ein Hund einen anderen angreife, berichtete der R+V-Experte. Da die Schuldfrage hier in der Regel schwer zu klären sei, werden die Kosten zumeist aufgeteilt. „Es kommt aber auch immer wieder vor, dass ein Hund auf die Straße rennt oder andere Menschen verletzt.“ Eine bundesweite Beißstatistik gibt es zwar nicht, doch rechnen Experten damit, dass rund 50.000 Menschen im Jahr von Hunden verletzt werden.  

Dass solche Fälle richtig ins Geld gehen können, unterstreicht ein aktuelles Urteil des OLG Frankfurt. Hier war eine Hundehalterin zu einer Zahlung in Höhe von 100.000 Euro verurteilt, nachdem ihr Hund ein zweijähriges Kind ins Gesicht gebissen hatte.  

Der Hunde-Boom schlägt sich darüber hinaus auch bei den Operationskostenversicherung nieder. Im ersten Halbjahr hat sich die Zahl der Abschlüsse im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.   Nichtsdestotrotz dürfte die Zahl der Hundebesitzer, die weiterhin über keinen ausreichenden Versicherungsschutz verfügen, hoch sein. Für Vermittler bietet sich hier eine Chance, über den Schutz für den tierischen Begleiter beim Kunden hohes Vertrauen zu gewinnen. Vor allem Makler, die selbst ein Tier besitzen, können schnell eine emotionale Verbindung zu ihren Kunden aufbauen.

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare