Umfrage: So positiv nutzen Makler die Coronakrise

Florian Burghardt Berater Maklers Lieblinge

Haben Sie Ihren Betrieb digitalisiert, vielleicht sogar überwiegend auf Videoberatung umgestellt? Diese und andere Auswirkungen der Coronakrise hat „Maklers Lieblinge 2020“ erfragt. Teils kam es auch zu negativen Effekten in Vermittlerbüros.

Überraschend viele Versicherungsvermittler haben die Coronakrise als Option genutzt, ihren Betrieb und ihre Arbeit stärker zu digitalisieren.

Überraschend viele Versicherungsvermittler haben die Coronakrise als Option genutzt, ihren Betrieb und ihre Arbeit stärker zu digitalisieren. Bild: Pixabay

Der Ausbruch der Corona-Pandemie war für alle Menschen und Geschäftsbereiche ein Schock. Auch auf den Mikrokosmos der Versicherungsmakler heruntergebrochen brachte das Coronavirus zahlreiche Einschnitte mit sich. Zunächst einmal fielen aufgrund der Ansteckungsangst viele persönliche Beratungstermine bei den Kunden aus. Kurzarbeit und Jobverluste sorgten zudem eher für eine rückläufige Nachfrage beziehungsweise Abschlussbereitschaft nach Versicherungen.

Doch so negativ die Aussichten, so überraschend das Bild, dass die 840 Teilnehmerinnen und Teilnehmer unserer Umfrage „Maklers Lieblinge 2020“ über ihr erstes „Krisenhalbjahr“ zeichnen. So gaben 22 Prozent der Befragten an, dass ihr Umsatz in den Monaten Januar bis einschließlich Juni 2020 um weniger als 10 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückgegangen ist. Bei 15 Prozent lag der Einbruch zwischen 10 und 30 Prozent und bei 4 Prozent der Befragten zwischen 30 und 50 Prozent. Lediglich 1,5 Prozent erwischte ein Umsatzrückgang von über 50 Prozent. Bei 42 Prozent der Vermittler blieb alles unverändert. Allerdings konnten auch 15 Prozent der Teilnehmer einen spürbaren Anstieg ihres Umsatzes verzeichnen.

Corona digitalisiert die Maklerschaft

Ein großer Hebel dafür liegt wohl in der Videoberatung. Schließlich wurde diese vor allem in den Lockdown-Monaten März, April und Mai zum Kundenzugang Nummer eins. Wer zu dieser Zeit als Makler digital gut aufgestellt war, hatte und hat auch weiterhin einen Vorteil. Zwar gab fast jeder zweite Umfrageteilnehmer an, seine Beratungsweise nicht aufgrund von Corona verändert zu haben. Mehr als jeder Dritte (37,5 Prozent) bietet nun neben der noch überwiegenden Beratung vor Ort auch die virtuelle Variante mit an. 12,8 Prozent der Befragte haben die Corona-Umstände sogar zum Anlass genommen, ihre Beratung überwiegend auf das Internet zu verlagern. Die Anzahl der Vermittler, die vollständig auf Videoberatung umgestellt haben, liegt bei 4.

Zudem gaben 57,3 Prozent der Vermittler an, ihren Betrieb als direkte Auswirkung der Krise stärker digitalisiert zu haben. Ein Vorhaben, das viele Makler seit Jahren vor sich hergeschoben haben.

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