Trotz Coronakrise: Wohnen wird immer teurer

Florian Burghardt Sachwerte

Kauf- und Mietpreise von Immobilien sind der Rendite-Leuchtturm in der Coronakrise. Doch was Anleger freut, wird für Verbraucher zunehmend zum Problem. Studenten haben einer Studie zufolge aktuell gleich mit drei Herausforderungen zu kämpfen.

Wohnen wird immer teurer, auch in der Coronakrise. Studenten stellt das aktuell vor gleich 3 Probleme.

Wohnen wird immer teurer, auch in der Coronakrise. Studenten stellt das aktuell vor gleich 3 Probleme. Bild: Adobe Stock

Plus 2,0 Prozent Wertzuwachs gegenüber dem ersten Quartal 2020. Die Kaufpreise für Wohnimmobilien zeigen sich von der Coronakrise weiterhin unbeeindruckt. Im Vergleich zum zweiten Quartal 2019 stiegen sie sogar um 6,6 Prozent. Das belegt der Häuserpreisindex des Statistischen Bundesamts. Untersucht werden dabei Eigentumswohnungen und Ein- sowie Zweifamilienhäuser. Dieser durchschnittliche Wertzuwachs gilt bundesweit, also sowohl in der Stadt als auch auf dem Land.

Natürlich gibt es aber auch große regionale Unterschiede. Besonders im Süden Deutschlands und in den Großstädten steigen die Werte und damit die Preise – langfristig betrachtet – besonders stark. Ganz aktuell haben sich in den sieben größten Metropolen (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf) Häuser um 6,5 Prozent und Wohnungen um 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal verteuert.

Studenten leiden dreifach

Bei den Mietpreisen sieht es nicht anders aus. Das geht, laut dem aktuellen „Studentenreport 2020“ des Finanzdienstleisters MLP, vor allem zu Lasten der angehenden Akademiker. Demnach sind im Jahr 2019 die durchschnittlichen Warmmieten in 29 von 30 untersuchten Hochschulstandorten gestiegen. Unter Corona-Einfluss habe sich daran nichts geändert. So seien die Mieten im zweiten Quartal 2020 immer noch in 27 von 30 Städten gestiegen. Die Daten wurden dabei jeweils anhand einer studentischen Musterwohnung (normale Ausstattungsqualität, 30 Quadratmeter Wohnfläche, direkte Umgebung zur Uni, inkl. 20 Prozent Wohnnebenkosten) ermittelt.

Am teuersten ist die Musterwohnung demnach aktuell in München (724 Euro monatlich). Es folgen Stuttgart (562 Euro), Freiburg (550 Euro), Frankfurt und Heidelberg (jeweils 508 Euro). Besonders günstig sind hingegen Magdeburg und Leipzig mit 245 beziehungsweise 275 Euro. Allein im zweiten Quartal 2020 sei die Miete beispielsweise in München um 24 Euro, also 3,4 Prozent, gestiegen. In Freiburg um 22 Euro (4,2 Prozent).

Dadurch werden Studenten gleich auf mehrfache Weise von der Krise belastet, heißt es im Report. Erstens durch die steigenden Mieten, zweitens durch den gleichzeitigen krisenbedingten Verlust vieler Nebenjobs, zum Beispiel in der Gastronomie. Und drittens durch neue Nachfrager, die mit ihnen um die Wohnungen konkurrieren. Denn diese Menschen müssen durch die Krise ebenfalls Einkommenseinbußen aushalten und sich deshalb notgedrungen nach kleineren beziehungsweise günstigeren Wohnungen umsehen.

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