Todesfall: Nicht ohne Steuererklärung!

Detlef Pohl Top News Berater Recht & Haftung

Wenn jemand stirbt, müssen Hinterbliebene oft noch eine Steuererklärung abgeben. Trödeln wird teuer, denn es gelten dieselben Fristen wie sonst auch. Finanztest bietet Tipps, die auch für Makler und deren Kunden wichtig sind.

Im Todesfall müssen sich Hinterbliebene nicht nur um die Beerdigung kümmern, sondern meist auch noch die letzte Steuererklärung für den Verstorbenen erledigen.

Im Todesfall müssen sich Hinterbliebene nicht nur um die Beerdigung kümmern, sondern meist auch noch die letzte Steuererklärung für den Verstorbenen erledigen. Bild: Pixabay/pasja1000

Trauernde müssen nicht nur ihren Verlust eines Angehörigen bewältigen, Bestattungsfragen klären, das Erbe regeln und Verträge abwickeln – auch das Finanzamt dürfen sie nicht vergessen. An die Erbschaftsteuer denken die meisten sofort. Doch der Fiskus erwartet auch eine letzte Steuererklärung für den Verstorbenen, sofern er dazu verpflichtet gewesen wäre, erläutert die Stiftung Warentest in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest (die Freischaltung des Artikels kostet nichts).

„Als Erbe müssen Sie für den Verstorbenen eine letzte Steuererklärung abgeben, wenn der zwischen Jahresbeginn und Todestag Einkünfte erzielt und darauf noch keine Lohnsteuer gezahlt hat“, schreibt Finanztest, oder andere Einnahmen hatte, etwa aus Vermietung. Frist: bis zum 31. Juli des Folgejahres nach dem Tod (mit Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein bis 28. Februar des übernächsten Jahres). Wird die Frist versäumt, werden mindestens 25 Euro pro angefangenem Verspätungsmonat als Versäumniszuschlag fällig.

Das Finanzamt kann bis zu sieben Jahre rückwirkend die Steuererklärung anfordern. Besteht keine Abgabepflicht, kann das Finanzamt trotzdem eine Steuererklärung verlangen und eine Frist setzen, etwa dann, wenn die Höhe der Einkünfte (etwa der Rente) eine Pflichtveranlagung nahelegen.

Wann sich eine freiwillige Steuererklärung lohnt

Erben können auch freiwillig die Steuererklärung abgeben. Das lohnt, wenn eine Steuererstattung erwartet wird. Dafür bleiben dann sogar vier Jahre nach dem Todesjahr Zeit. Erstattungen sind laut Finanztest zu erwarten, wenn der Verstorbene

  • noch gearbeitet hatte und Lohnsteuer einbehalten wurde,
  • im Senioren- oder Pflegeheim lebte und dort Zuzahlungen für die Betreuung leisten musste,
  • höhere Beträge an Spenden oder Zahlungen an politische Parteien geleistet hatte,
  • Rechnungen von Handwerkern oder Dienstleistern bezahlt hatte, die seine tarifliche Steuer um 20 Prozent der Lohnkosten senken,
  • behindert war und dadurch einen entsprechenden Freibetrag geltend machen konnte.

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