Telematik: DEVK will Handynutzung am Steuer bestrafen

Martin Thaler Versicherungen

Der Kölner Versicherer will auch 2020 trotz Corona-Krise weiter wachsen. Beim Schadenaufwand insbesondere in der Kfz-Versicherung sieht er eine positive Entwicklung, von der auch die Kunden "spürbar" profitieren sollen.

DEVK

Die DEVK will ab dem kommenden Jahr einen Telematik-Tarif anbieten. Bild: DEVK

Die DEVK will auch 2020 – der Covid-19-Pandemie zum Trotz – ihr Wachstum weiter fortsetzen. Obwohl das Geschäft laut Vorstandsvorsitzendem Gottfried Rüßmann die Auswirkungen geschlossener Geschäftsstellen von Mitte März bis Anfang Mai deutlich zu spüren bekommen hatte, ist man mittlerweile optimistisch, „nahtlos an die Vertriebsergebnisse des Vorjahres anknüpfen zu können“, gab Rüssmann auf der heutigen Bilanzpressekonferenz des Kölner Versicherers bekannt.

So habe der Vertragsbestand in diesem Jahr bislang um 1,5 Prozent zugelegt. Einem relativen Minus im Lebensversicherungsgeschäft von 3,2 Prozent standen vor allem im Sach- und Unfallgeschäft deutliche Zugewinne zu Buche. So konnte der Versicherer seinen Bestand an Rechtsschutzversicherungen um 3,3 Prozent ausbauen, beim Kfz-Geschäft legten die Kölner um 2,2 Prozent zu.  

Auch auf der Schadenseite entwickelte sich das Geschäft in diesem Jahr erfreulich, was unter anderem auch im veränderten Mobilitätsverhalten der Deutschen begründet liegt. So verzeichnete die DEVK bis zum 31. August dieses Jahres insgesamt 452.985 Schäden – das sind knapp zehn Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, als in den ersten acht Monaten insgesamt rund 502.000 Schäden verzeichnet wurden. Der Schadenaufwand sank im besagten Zeitraum um knapp 13 Prozent auf 711 Millionen Euro.  

Noch deutlicher fiel der Schadenaufwand in der Kfz-Versicherung aus: In der Kfz-Haftpflichtversicherung sank die Zahl der Schäden um 16 Prozent auf rund 90.000 Fälle, in der Kaskoversicherung verzeichnete die Deutsche Eisenbahner Versicherungskasse einen Rückgang der Fälle um 14 Prozent auf rund 142.000.   Demgegenüber steht aber die Tatsache, dass der durchschnittliche Schaden höher ausfiel als im vergangenen Jahr – in der Haftpflicht stieg der Durchschnittsschaden um 5,2 Prozent auf 3.027 Euro, in der Kaskoversicherung um zwei Prozent auf 1.313 Euro – begründet liegt der Zuwachs unter anderem in gestiegenen Werkstattlöhnen sowie zusätzlichen Hygienemaßnahmen.  

Erneut bekräftigte der Versicherer, seine Kunden an der positiven Entwicklung bei der Combined Ratio zusätzlich zur üblichen Beitragsrückerstattung zu beteiligen. Für die Kunden solle das verbesserte Ergebnis „spürbar“ werden, bekräftigte Vorstandsmitglied Rüdiger Burg. Konkreter wurde Burg jedoch nicht, da rechtliche und steuerliche Fragen noch nicht abschließend geklärt seien.  

Relativ glimpflich fällt für den Versicherer auch der Schadenaufwand aus der Betriebsschließungsversicherung aus. Insgesamt 5,2 Millionen Euro zahlte der Versicherer in diesem Rahmen an Friseursalons, Gastronomiebetriebe und Einzelhändler aus. Die DEVK hatte Betriebsschließungsschutz allerdings nur als Zusatz-Baustein im Rahmen seiner „Vielschutz-Versicherungen“ angeboten – hier waren die Leistungen limitiert auf einen Tagessatz von 250 Euro für die Dauer von maximal einem Monat. In aktuellen Verträgen wird besagte Klausel derzeit nicht mehr angeboten, man arbeite hier allerdings an einer Lösung, erklärte Burg.

Einen Schritt weiter ist der Versicherer hingegen beim Thema Telematik. Nachdem die DEVK zuletzt noch Abstand von entsprechenden Plänen genommen hatte, wolle man sich nun der Situation stellen – auch weil namhafte Marktgrößen wie die Allianz und HUK-Coburg das Thema zuletzt aufgegriffen und nach vorne getrieben hatten. Im kommenden Jahr will der Kölner Versicherer nun nachziehen und einen eigenen Telematik-Tarif anbieten. Dieser soll zudem mit einer Besonderheit daherkommen. So soll neben dem Fahrverhalten auch bewertet werden, ob der Fahrer sein Handy während der Fahrt benutzt. Ist dies der Fall, gibt es negative Scoring-Punkte.  

Laut Unfallforschern geht eine zunehmende Anzahl von Verkehrsunfällen auf die Handynutzung des Fahrers zurück. Die genaue Anzahl lässt sich allerdings nur schwer beziffern, da sich ein konkreter Nachweis selten erbringen lässt und viele Autofahrer die Nutzung ihres Mobiltelefons während der Fahrt bestreiten.

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