Rechtsschutz: Diese Versicherer erhöhen die Beiträge

Detlef Pohl Berater Versicherungen Top News von Detlef Pohl

Die Kosten für Rechtsschutz-Policen steigen bei manchen Anbietern. Andere bleiben preisstabil oder packen Zusatzleistungen drauf. Derweil hat Arag nun doch Deckungszusage für den Streit eines Gewerbekunden mit seinem BSV-Versicherer erteilt.

Der Rechtsweg kann alles andere als glatt und preiswert sein. Eine Rechtsschutzpolice hilft vor allem, das Prozesskostenrisiko zu begrenzen. Doch der Schutz selbst wird nun vielfach teurer.

Der Rechtsweg kann alles andere als glatt und preiswert sein. Eine Rechtsschutzpolice hilft vor allem, das Prozesskostenrisiko zu begrenzen. Doch der Schutz selbst wird nun vielfach teurer. Bild: Gerd Altmann / Pixabay

Die Kosten zur Durchsetzung von strittigen Rechtsansprüchen wachsen rapide. Nach einer GDV-Analyse von jährlich 1,4 Millionen Rechtsschutzfällen Ende 2018 hatten sich die durchschnittlichen Ausgaben für Anwälte und Gerichte von 2012 bis 2016 um 19 Prozent erhöht. Allein die Diesel-Abgasskandal-Rechtsschutzfälle kosteten die Versicherer bis Mai dieses Jahres 667 Millionen Euro (procontra berichtete).

Aktuell rechnet der Versicherer-Verband mit steigenden Fallzahlen im arbeitsrechtlichen Bereich, da aufgrund der Corona-Krise viele Arbeitsplatzverluste drohen. Telefonanfragen dazu häufen sich bereits bei den Rechtsschutzversicherern (procontra berichtete). Deshalb schlug der GDV schon im Juli eine „Gebührenanpassung mit Augenmaß“ vor.

Für Privatkunden bis zu 5 Prozent teurer

Nun wird das Ausmaß deutlich. Als unabhängiger Treuhänder hat die Wirtschaftsprüfungs-Gesellschaft Ernst & Young im Auftrag des GDV kürzlich die Daten der Rechtsschutzversicherer bewertet und einen Bedarf für Beitragsanpassung von bis zu fünf Prozent in Privatkundentarifen mit Selbstbeteiligung vorgeschlagen. Arag (ab 1. Januar 2021) und Roland wollen dem folgen, HUK-Coburg, Örag und Continentale nicht, berichtet das Versicherungs-Journal. Andere große Anbieter mit mehr als einer Million Verträge im Bestand hätten sich nicht geäußert.

Für Bestandsverträge erfolgt die Beitragsanpassung frühestens ab dem 1. Oktober zu den jeweiligen Hauptfälligkeiten, für Neuverträge bei Roland Rechtsschutz offenbar ebenfalls schon ab diesem Datum. Als Ursachen nennt der Versicherer gestiegene Aufwendungen für Schäden der Kunden, darunter vor allem Darlehenswiderrufe und Rechtsstreitigkeiten rund um den Dieselskandal.

Itzehoer mit Beitragsanpassung und Service

Auch die Itzehoer Rechtsschutzversicherung, die in der jüngeren Vergangenheit Bestände von Alte Leipziger, HanseMerkur und Rechtsschutz Union aufgekauft hat und derzeit über 340.000 Policen im Bestand verfügt, erhöht den Beitrag um 5 Prozent. „Im Altbestand der Alte Leipziger findet die Beitragsanpassung ab Oktober bei Privatkunden und Landwirten statt, nicht bei Gewerbekunden“, sagt Clemens Cichonczyk, Geschäftsführer der Itzehoer Rechtsschutzunion, auf Nachfrage von procontra. Im Altbestand der Itzehoer selbst würden Verträge angepasst, die 2010 oder später abgeschlossen worden sind.

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Von Service, Einlenken nach Kritik und Billigangeboten

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