Mehrheit der Deutschen befürwortet Telematik-Tarife

Anne Hünninghaus Versicherungen

Dass umsichtige Autofahrer weniger für ihre Kfz-Versicherung zahlen sollten, begrüßt laut einer aktuellen Umfrage mehr als die Hälfte der Bundesbürger. Fast zwei Drittel der Befragten halten sich selbst für gut am Steuer.

Wer rücksichtsvoll fährt, sollte weniger für seine Versicherung bezahlen

Wer rücksichtsvoll fährt, sollte weniger für seine Versicherung bezahlen, findet die Mehrheit der Deutschen. Bild: Adobe Stock/DimaBerlin

Gute Autofahrer sollten weniger für ihre Kfz-Versicherung bezahlen als schlechte. Das finden 58 Prozent der Männer und rund 51 Prozent der Frauen in Deutschland, so eine aktuelle Studie unter 10.000 Menschen von Civey im Auftrag der DEVK. Die höchsten Zustimmungswerte für Telematik-Tarife, die das Fahrverhalten der Versicherten preislich berücksichtigen, gibt es in der Altersgruppe der 30- bis 49-Jährigen. Auch regional gibt es Unterschiede: In Sachsen-Anhalt, Thüringen und Niederbayern sind die Menschen besonders davon überzeugt, dass umsichtigere Fahrer weniger zahlen sollten.

Aber was zeichnet einen guten Autofahrer aus? 90 Prozent der Befragten erwarten – wenig überraschend – vor allem eine rücksichtsvolle und vorausschauende Fahrweise. Kein anderes Kriterium bekommt übereinstimmend so viel Zuspruch. Für rund die Hälfte der Befragten ist zudem gutes Reaktionsvermögen wichtig. Verkehrsregeln konsequent einzuhalten und während des Fahrens auf die Handynutzung zu verzichten, finden allerdings nur etwas mehr als ein Drittel der Befragten unverzichtbar – in Thüringen ist man hier etwas strenger. Kaum eine Rolle spielen Kriterien wie spritsparende Fahrweise, gute Einparkfähigkeiten oder Schnelligkeit. Letztere ist vor allem in süddeutschen Landkreisen überdurchschnittlich stark gefragt.

72,8 Prozent der Männer halten sich selbst für besonders fähig am Steuer, die Frauen sind bundesweit mit 70,4 Prozent etwas weniger von der eigenen Fahrweise überzeugt. Besonders selbstbewusst geben sich Autofahrer in Niederbayern, am selbstkritischsten solche in Mecklenburg-Vorpommern.

DEVK-Tarif erfasst Handyverzicht

Um der Konkurrenz, darunter namhafte Marktgrößen wie die Allianz und HUK-Coburg, etwas entgegensetzen zu können, hatte sich die DEVK nach längerem Zögern zuletzt dafür entschieden, das Telematik-Thema aufzugreifen. Im kommenden Jahr will der Kölner Versicherer einen solchen Tarif anbieten. Dieser soll zudem mit der Besonderheit daherkommen, dass neben dem Fahrverhalten auch bewertet wird, ob der Fahrer sein Handy während der Fahrt benutzt. Ist dies der Fall, gibt es negative Scoring-Punkte. Die Anwendung misst neben dem Handyverzicht auch Geschwindigkeit, Beschleunigungs-, Kurven- und Bremsverhalten. Gute Autofahrer, deren Fahrweise positiv bewertet wurde, bekommen im Folgejahr sogar bis zu 30 Prozent Rabatt. Das lohnt sich besonders für junge Leute und für Kunden mit niedrigen Schadenfreiheitsklassen.

Laut Unfallforschern geht eine zunehmende Anzahl von Verkehrsunfällen auf die Handynutzung des Fahrers zurück. Die genaue Anzahl lässt sich allerdings nur schwer beziffern, da sich ein konkreter Nachweis selten erbringen lässt und viele Autofahrer die Nutzung ihres Mobiltelefons während der Fahrt bestreiten.

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