Kfz-Diebstahlreport: Weniger Fälle, aber teurere Modelle

Anne Hünninghaus Versicherungen

Welche Automarken sind bei Dieben besonders beliebt und wo befinden sich die Diebstahl-Hochburgen in Deutschland? Dazu hat der GDV aktuelle Zahlen veröffentlicht.

Die Zahl der Kraftwagendiebstähle ist 2019 erneut zurückgegangen.

Die Zahl der Kraftwagendiebstähle ist 2019 erneut zurückgegangen. Bild: Adobe Stock/ExQuisine

Autodiebe haben im vergangenen Jahr 14.229 kaskoversicherte Pkw gestohlen und damit einen wirtschaftlichen Schaden in Höhe von fast 280 Millionen Euro verursacht. Das geht aus dem aktuellen Kfz-Diebstahlreport des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor.

Zwar ist die Zahl der Kraftwagendiebstähle 2019 erneut zurückgegangen, im Vorjahr waren es noch fünf Prozent mehr. Allerdings ist in den vergangenen Jahren der wirtschaftliche Schaden pro Fall immer weiter gestiegen – was daran liegt, dass die Deutschen zu immer teureren Modellen greifen. Ein Phänomen, das auch bei Fahrrädern festzustellen ist. 2019 zahlten die Versicherer für jeden Autodiebstahl durchschnittlich rund 19.600 Euro. 2018 lag diese Zahl ebenfalls bei knapp 20.000 Euro – hatte sich im Vergleich zu 2017 allerdings um mehr als 1.000 erhöht.

Diese Modelle werden besonders häufig gestohlen

Besonders SUV und teure Limousinen waren bei den Dieben erneut beliebt. Unter den zehn am häufigsten gestohlenen Modellreihen finden sich gleich sechs SUVs, an der Spitze lag die zweite Generation des BMW X6. Mit gleich fünf Modellreihen ist der japanische Hersteller Toyota unter den Top 10 der Autodiebe vertreten. Hier finden sich neben SUVs und dem Sportwagen GT86 auch die beiden Mittelklasse-Limousinen Prius+ und der CT200 der Toyota-Tochter Lexus.

Hochburg der Autodiebe ist unter den Bundesländern sowie Großstädten im vergangenen Jahr erneut Berlin gewesen. Beinahe jeder vierte Kfz-Klau wurde 2019 in der Hauptstadt begangen. In welchen anderen Städten die Diebstahlraten besonders hoch sind, offenbart die Bilderstrecke unten. Von den insgesamt 20.587 Fällen aller in Deutschland gestohlenen Wagen konnten laut Polizeistatistik 3.288 aufgeklärt werden, das entspricht einer Rate von rund 16 Prozent.

Schlüssellose Systeme als Schwachstelle

Bemerkenswert ist, dass Diebe im vergangenen Jahr weniger Neuwagen entwendeten und dafür mehr Autos, die zwischen zwei und drei Jahren alt waren. Begründen lässt sich das mit Innovationen in der Verriegelungstechnologie: Viele Autohersteller haben zuletzt bei ihren Keyless-Entry-Systemen nachgebessert. Bei etwas älteren Modellen lässt sich diese auf Funkchips basierende schlüssellose Technik noch relativ einfach aushebeln, sodass Diebe bevorzugt solche Wagen auswählen. Um auch diese zu schützen, sollte der Schlüssel nie in der Nähe der Haus- oder Wohnungstür abgelegt werden, bestenfalls sollte man das Funksignal durch Aluminiumhüllen abschirmen. Bei manchen Modellen lässt sich der schlüssellose sogenannte „Komfortzugang“ zudem temporär deaktivieren.

5. Hamburg
In der norddeutschen Metropole wurden 2019 insgesamt 1.662 Autodiebstähle erfasst. Umgerechnet kommen damit 90 Fälle auf 100.000 Einwohner. Nur in jedem zehnten davon konnte die Polizei die Täter ausfindig machen. Bild: Adobe Stock/thorabeti
 
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