Investieren in Diversität: Wie ertragreich sind Genderfonds?

Investmentfonds Top News von Von Mariam Misakian

Unternehmen mit vielen weiblichen Führungskräften wirtschaften erfolgreicher als weniger diverse Konkurrenten, belegen Analysen. Die Fondsindustrie hat daraus ein Geschäft gemacht: Gender-Impact-Fonds investieren in Unternehmen, die gezielt Frauen fördern. Wo die Stärken dieser Fonds liegen und wie sie bisher durch die Krise gekommen sind.

Sollte man in Genderfonds investieren?

Sollte man in Genderfonds investieren? Bild: Adobe Stock/calypso77

Deutschland, Neuseeland, Dänemark, Taiwan und Finnland haben zwei Dinge gemeinsam: Sie werden von Frauen regiert – und sind besser durch die Coronakrise gekommen als andere Staaten, sagen Wissenschaftler. Auch Unternehmen, die weibliche Talente fördern und Frauen in ihre Vorstände lassen, arbeiten profitabler, zeigen Studien. Erste Analysen deuten darauf hin, dass sich der Effekt auch in den Aktienkursen niederschlägt. Im aktuellen Gender-Report der Schweizer Großbank Credit Suisse haben Titel von Unternehmen mit einem höheren Frauenanteil im Management über einen Zeitraum von fünf Jahren tatsächlich besser performt. Allerdings konnten die Studienautoren bisher nur eine Korrelation zwischen Gendergerechtigkeit und Unternehmenserfolg feststellen, aber noch keine Kausalität. Ob Chefinnen also tatsächlich den Unternehmenserfolg und den Aktienkurs treiben, können Forscher bislang nur mutmaßen.

Dennoch haben einige Fondsanbieter aus dem vermuteten Zusammenhang eine Anlagestrategie entwickelt, die sogenannten Genderfonds. „Sie investieren in Firmen, in denen die Unternehmenskultur darauf ausgerichtet ist, Strukturen, Entscheidungen und Gremien so zu gestalten, dass immer männliche und weibliche Aspekte gleichermaßen erfasst sind,“ erklärt Martina Bahl, Geschäftsführerin der Unternehmensberatung BahlConsult. Noch besser ist es, wenn die Unternehmen auch Dinge herstellen, die das Leben von Frauen verbessern, erklärt die Finanzexpertin: „Sei es durch geeignete Investmentprodukte, bestimmte Versicherungen, medizinische Angebote, Zugang zu Kapital, Bildungsangebote oder Informationen.“

Der deutsche Markt für die junge Fondskategorie ist bislang überschaubar: Gerade einmal fünf aktiv gemanagte Genderfonds können Berater ihren Klienten aktuell nennen. Dabei sollte das Thema im Trend liegen: Im vergangenen Jahr ist das Volumen nachhaltiger Geldanlagen in Deutschland im Vorjahresvergleich um 23 Prozent gewachsen, belegen Zahlen des Forums Nachhaltige Geldanlagen. Genderfonds sind Teil dieses Impact-Investing-Ansatzes. Die beiden jüngsten Genderfonds sind der Mirova Women Leaders Equity Fund und der Nordea Global Gender Diversity Fund und kamen erst im vergangenen Jahr auf den Markt.

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