In diesen Regionen ziehen die Immobilienpreise am stärksten an

Anne Hünninghaus Berater Sachwerte

In mehr als der Hälfte der 401 deutschen Kreise und Städte können Immobilienbesitzer damit rechnen, dass ihr Wohneigentum bis 2030 an realem Wert gewinnen wird. Das hat nun eine Analyse des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts ergeben.

Besonders in den Städten und Kreisen rund um München gewinnen Immobilien weiter an Wert.

Besonders in den Städten und Kreisen rund um München gewinnen Immobilien weiter an Wert. Bild: Adobe Stock/Boris Stroujko

Wohneigentum ist in den vergangenen Jahren in Deutschland immer weiter im Wert gestiegen. Auch die Corona-Krise tut diesem Trend keinen Abbruch. Durch die zurzeit günstigen Finanzierungsbedingungen für Häuslebauer- und Käufer und die teils unattraktiv gewordenen alternativen Geldanlagemöglichkeiten hat das Interesse am Eigenheim teils sogar zugelegt. Vieles spricht aktuell für den Kauf: Während im Jahr 2010 für zehnjährige Darlehen Zinsen von rund vier Prozent pro Jahr verlangt wurden, liegen die Konditionen heute meist unter einem Prozent.

In mehr als der Hälfte der 401 deutschen Kreise und Städte können Wohnungsbesitzer damit rechnen, dass ihre Immobilie in den kommenden zehn Jahren real an Wert gewinnt. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) im Auftrag der Postbank, deren Daten allerdings noch aus Zeiten vor der Krise stammen. Die massivsten Preisanstiege erwartet das HWWI in Bayern, vor allem im erweiterten Münchener Speckgürtel, wie Ebersberg, Landsberg am Lech, Erding, Dachau und Starnberg. Auch in München selbst, wo schon jetzt Preisrekorde erzielt werden, soll es noch um 1,7 Prozent pro Jahr nach oben gehen.

Hier steigt der Wert laut Prognose pro Jahr um mehr als ein Prozent

Jährliche Preissteigerungen von mehr als einem Prozent werden zudem für die Großstädte Düsseldorf, Köln, Heilbronn, Potsdam, Leipzig, Freiburg im Breisgau, Münster, Dresden, Ingolstadt und Mainz prognostiziert. In Hamburg und Berlin rechnet man jeweils mit einer Steigerungsrate von einem Prozent, leicht dahinter liegt mit 0,8 Prozent Wachstum die Hessen-Metropole Frankfurt am Main. In vielen ländlichen Regionen vor allem im Osten des Landes werden Immobilienbesitzer hingegen Stagnation oder sogar Preisverfall hinnehmen müssen. Der HWWI-Analyse zugrunde liegen Daten zur demografischen Entwicklung und wichtige Wirtschaftsfaktoren.

Bereits im ersten Quartal dieses Jahres sind die Preise für Wohnungen und Häuser derweil im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um durchschnittlich 6,8 Prozent angestiegen, zeigt indes der Index des Statistischen Bundesamts. In den sieben größten Städten Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf verteuerten sich Eigentumswohnungen sogar um durchschnittlich 7,4 Prozent. Der Kaufpreis einer über den Anbieter Interhyp finanzierten Immobilie lag dessen Angaben zufolge inklusive Nebenkosten im vergangenen halben Jahr bei durchschnittlich 434.000 Euro. Zum Vergleich: 2019 waren es noch 403.000 Euro, das entspricht einer Steigerung von mehr als sieben Prozent. Vor zehn Jahren waren es durchschnittlich 277.000 Euro.

Der Corona-Effekt auf den Immobilienmarkt

Corona beschert dem Immobilienmarkt in diesem Jahr weiteren Auftrieb. Während andere Anlagemöglichkeiten derzeit immer weiter an Attraktivität einbüßen, machen diese Umstände den Immobilienkauf nicht nur mit Blick auf das Eigenheim interessant, sondern auch für Kapitalanleger. Zwar kaufen nach wie vor drei Viertel der Deutschen eine Immobilie für den Eigenbedarf. Der Anteil der Kapitalanleger, die eine vermietete Immobilie finanzieren, hat sich seit 2010 mehr als verdoppelt, von zwölf Prozent in 2010 auf heute 25 Prozent.

Ein Sondergutachten, das der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) beim Rat der Immobilienweisen in Auftrag gegeben hat, bestätigt laut Handelsblatt: Während Immobilien von Einzelhändlern und im Hotel- und Gastgewerbe unter den Folgen der Pandemie leiden, sind die Auswirkungen auf Büroimmobilien bislang noch gering. Logistikimmobilien gelten sogar als Krisengewinner. Auch der Wohnungsmarkt zeigt sich weiterhin unbeeindruckt.

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