Homeoffice: So ist die heimische IT versichert

Berater Top News Versicherungen Detlef Pohl

Viele arbeiten im Homeoffice wegen des Coronavirus noch immer mit ihrer privaten Technik im Firmennetzwerk – oft leichte Beute für Cyber-Attacken. Doch gewerbliche Cyberversicherungen helfen nur bedingt und ersetzen Sachschäden gar nicht. Was tun?

„Schadsoftware kann auch in kleinen Firmen den Betrieb zum Erliegen bringen“, sagt Frank Huy von der Gothaer Versicherung. Abhilfe schafft eine gewerbliche Cyberpolice.

„Schadsoftware kann auch in kleinen Firmen den Betrieb zum Erliegen bringen“, sagt Frank Huy von der Gothaer Versicherung. Abhilfe schafft eine gewerbliche Cyberpolice. Bild: Gothaer

„Cybergefahren sollten nicht unterschätzt werden“, betont Frank Huy. „Auch bei kleinen Firmen – sei es der Friseurmeister, die Medienagentur oder der Gas- und Wasserinstallateur – können zum Beispiel Anhänge von Phishing-E-Mails große Schäden anrichten, kann Schadsoftware Kundendaten verschlüsseln oder den Betrieb zum Erliegen bringen“, so der Leiter Haftpflicht und Financial Lines der Gothaer Allgemeine weiter. Datenwiederherstellung, Hardwareaustausch und professionelle Unterstützung durch IT-Experten könnten leicht 10.000 Euro übersteigen (procontra berichtete).

Wie die „KMU-Studie 2020“ der Gothaer Versicherung samt Umfrage unter mehr als 1.000 Mitarbeitern mit Zuständigkeit für Versicherungen zeigt, sehen 44 Prozent der Befragten in einem Angriff auf die Firmen-IT das meistgefürchtete Szenario. Doch eine gewerbliche Cyberpolice, die vor solchen Kosten schützt, besitzen laut Umfrage nur 13 Prozent der KMU.

Wie Cyberschäden im Homeoffice abgedeckt sind

Auch der Abschluss schützt im Homeoffice, das in der Corona-Zeit ungeahnte Popularität erfährt, womöglich nicht vor Deckungslücken. Ein Angriff auf einen Firmenlaptop ist bei der gewerblichen Cyberpolice abgesichert. Bei privaten Geräten muss allerdings auf die Bedingungen geachtet werden, insbesondere auf die Definition der IT-Systeme, warnt die Assekuranz-Ratingagentur Assekurata. Am besten sei es, wenn in den Versicherungsbedingungen der gewerblichen Cyberversicherung „private Geräte der Versicherten“ explizit genannt sind.

Was das Homeoffice betrifft, besteht ohne gewerbliche Cyberversicherung kein ausreichender Schutz. Private Cyberpolicen sind noch nicht weit verbreitet. Finanztest hat kürzlich Angebote unter die Lupe genommen, aber keine Test-Urteile abgegeben (procontra berichtete). Policen eignen sich vor allem für Internetnutzer, die im Ernstfall schnelle Unterstützung benötigen und bisher keine Rechtsschutzversicherung haben. Bezug zum Homeoffice wurde nicht hergestellt.

Private Cyberpolicen gehen bei Homeoffice ins Leere

Laut Assekurata kann die private Cyberversicherung bei einem Angriff auf das Online-Bankkonto, bei Cybermobbing oder Datendiebstahl nützlich sein. Bei beruflicher Nutzung privater Geräte sei darauf zu achten, dass ein Hardware- und/oder Softwareschutz ebenfalls gegeben ist (dafür kommt eine Elektronikversicherung auf, falls der Arbeitgeber sie abgeschlossen hatte). Das bestätigt auch die Gothaer: Deren Internetschutzbrief für Privatpersonen sei nicht auf die Situation im Homeoffice anwendbar.

Dafür springt die gewerbliche Cyberversicherung für Vermögensschäden durch Nutzung privater IT im Homeoffice ein, wenn der Baustein BYOD (bring your own device) mitversichert ist. Sachschäden, etwa die Beschädigung der Festplatte durch einen Hackerangriff, ist in der Regel nicht mitversichert. Dafür kommt eben eine Elektronikversicherung in Betracht, die anders als die Cyberversicherung auch Hardware-Schäden an privaten elektronischen Geräten abdeckt.

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Wie Berater die optimale Lösung finden

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