Für welche Kundentypen Portale geeignet sind

Michael Fiedler BiPRO Berater Top News

Mit Kundenportalen können sich Makler den digitalen Zugang zum Kunden sichern. Für welche Kundentypen solche Portale geeignet sind und worauf zu achten ist.

Für welche Kundentypen eignen sich Portale?

Für welche Kundentypen eignen sich Portale? Bild: Pixabay/ coffeebeanworks

Mit Versicherten an digitalen Berührungspunkten in Kontakt treten – um dieses Ziel zu erreichen, nutzen Versicherer auch Kundenportale. Dort können dann beispielsweise Verträge hinterlegt und Rechnungen versandt werden. Das allein klingt allerdings wenig aufregend und verrät auch nicht, warum sich Makler die Vorliebe von Versicherern für Kundenportale abschauen sollten.

Einer der Punkte, die dafür sprechen, ist die Kundenbindung. Wie kann in Corona-Zeiten Kontakt digital gehalten werden? Manche Portale bieten dafür eigene Videoberatung oder können entsprechende Tools verknüpfen. Ohnehin ist es aus Makler-Sicht keine schlechte Idee, sämtliche Kundenkommunikation über ein sicheres Portal zu führen. Einerseits, um den DSGVO-Anforderungen gerecht zu werden, anderseits, um zu dokumentieren.

Wer erfolgreich mit Kundenportalen arbeiten will, sieht sich aber auch Widrigkeiten ausgesetzt. „Der Knackpunkt ist die Datenzufuhr“, erklärt Ralf Kohl, der vor zehn Jahren als einer der ersten digitale Versicherungsordner entwickelt hat. Nicht jeder Versicherer „spricht“ BiPRO und selbst wenn, kommt es hin und wieder zu „Störgeräuschen“. Solche zu minimieren, ist u.a. Aufgabe eines Maklerverwaltungsprogramms. „Der Erfolg eines Kundenportals steht und fällt mit dem MVP“, sagt Kohl. Wer sich also mit dem Gedanken beschäftigt, ein Kundenportal einzuführen, sollte bei seinem MVP-Anbieter prüfen lassen, welche Möglichkeiten bestehen.

Zusatzeinkommen über Servicepauschale

Je nach Geschäftsmodell des Vermittlers können mit einem Kundenportal auch Zusatzeinkommen über Servicepauschalen erzielt werden. Kann der Kunde Strom-, Handyverträge oder Vorsorgedokumente hinterlegen? Welche Zusatzleistungen sind damit verbunden? Vermittler sollten bei der Erhebung von Zusatzgebühren aber genau prüfen (lassen), für welche Portal-Leistungen Geld von Kunden verlangt werden darf.

Bestandscheck: Sind meine Kunden bereit für ein Portal?

Eine der wichtigsten Fragen ist aber auch, ob der eigene Bestand bereit wäre, ein solches Kundenportal zu nutzen. Ralf Kohl nannte gegenüber procontra drei Kundentypen, die offen dafür sind.

Der Unaufgeräumte: Der physisch Unaufgeräumte wird es auch digital bleiben. Dieser Kundentyp möchte Ordnung ohne eigenen Aufwand und ist oft bereit, dafür zu bezahlen. Allerdings nicht für ein reines Kundenportal. Ordnung bedeutet für ihn nicht die Verfügbarkeit in einem digitalen Versicherungsordner, sondern auch Ordnung in den physischen Ordnern.      

Der Aufgeräumte: Dieser hätte gerne ein Portal für alle Formen von Verträgen und benötigt nur bedingt Unterstützung. Ihm ist wichtig, dass er einen möglichst vollständigen Überblick über all seine laufenden Verträge hat. Egal ob Versicherungen, Spar- / Darlehensverträge oder sonstige Formen von Verträgen, wie z.B. Strom, Handy, Internet. Weiterhin möchte er auch – für den Fall der Fälle – seinen Hausrat dokumentieren, sowie Bilder und Gutachten zu wertvollen Gegenständen hinterlegen können. Ihm ist wichtig, dass der Finanzdienstleister seines Vertrauens bei Bedarf hinzugezogen werden kann, aber nicht automatisch über alles informiert ist, was in dem Portal vom ihm hinterlegt wurde.      

Der Vorsorgliche / Verantwortliche: Möchte zu Lebzeiten aufgeräumt sein, aber auch für die Zeit nach seinem Tag X seinen Angehörigen und Bevollmächtigten, Handlungsempfehlungen an die Hand geben, sowie wissen, dass diese immer Zugriff auf den dann aktuellsten Stand haben. Dieser  Kundentyp hat mit einer Vorsorgevollmacht vorgesorgt und möchte Überraschungen, wie z.B. die Bezugsberechtigung auf den Ex-Partner/die Ex-Partnerin in der bAV vermeiden.    

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