Ein Lebensversicherer weniger

Florian Burghardt Versicherungen Meistgeklickt

Ein relativ kleiner Lebensversicherer verlässt die deutsche Bühne, bleibt jedoch mit seinem Bestand unter demselben Holding-Dach. Um wen es sich handelt, wie viele Verträge betroffen sind und wie es für die Kunden weitergeht.

Da waren es nur noch 83 Lebensversicherer…

Da waren es nur noch 83 Lebensversicherer… Bild: Pixabay

Aus zwei mach eins: Die Stuttgarter Versicherungsgruppe hat ihre beiden Lebensversicherungstöchter miteinander verschmolzen. Konkret heißt das, dass die Plus Lebensversicherung AG und die Direkte Leben Versicherung AG zusammengeführt wurden. Wie die Gruppe heute mitteilte, ist die Eintragung im Handelsregister bereits im August erfolgt.

Übrig bleibt nur die Firmierung Direkte Leben Versicherung AG. Damit sinkt die Anzahl der deutschen Lebensversicherer auf 83. Auch die Marke Plus Leben verschwindet damit. Für deren Kunden soll sich aber nichts ändern, die wie Stuttgarter Muttergesellschaft auf der bisherigen Internetseite des Versicherers mitteilt. Vertragsinhalte, Versicherungsscheinnummern und Ansprechpartner würden unverändert bestehen bleiben. Lediglich Versicherte ohne Einzugsermächtigung müssen beim Überweisen der Beiträge die neue Firmierung Direkte Leben Versicherung AG als Kontoinhaber verwenden.

Schon seit Jahren im Run-off

Damit werden die Verträge der Plus Leben (Ende 2019 waren das 48.582 Stück) fortan zusammen mit dem Bestand der Direkte Leben (Ende 2019 waren das 101.704 Stück) geführt. Daraus ergibt sich ein Bestand von rund 150.000 Verträgen und jährlichen Brutto-Beitragseinnahmen in Höhe von rund 40 Millionen Euro.

Die Plus Leben hatte bereits 2011 damit aufgehört, Neugeschäft zu zeichnen. Auch bei der Direkte Leben war der Vertragsbestand im Vorjahr zurückgegangen. Unter anderem durch eine neue klassische private Rentenversicherung mit reduzierten Garantien, die ab Januar 2021 angeboten werden soll, erhofft sich die Gruppe in den nächsten Jahren aber ein deutliches Wachstum im Neugeschäft.

Als Grund für die Verschmelzung der beiden Töchter nennt man seitens der Holding eine Vereinfachung der Konzernstruktur als Grund. In der Folge könnten die Kunden von realisierten Effizienzgewinnen profitieren, so Frank Karsten, Vorstandsvorsitzender der Stuttgarter Versicherungsgruppe. Beispielsweise kann sich die Überschussbeteiligung erhöhen, wenn auf Versichererseite die Ausgaben für die Verwaltung zurückgehen.

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