Dürreversicherung: Warum verzichten so viele Landwirte auf eine Police?

Florian Burghardt Versicherungen Berater Top News

Anhaltende Trockenheit sorgt für die größten Ertragseinbußen von Landwirten. Doch warum schließen diese kaum Policen ab? Wir befragten Spezialmakler Michael Richthammer und die Vereinigte Hagelversicherung zum Dürre-Dilemma.

Anhaltende Trockenheit sorgt seit Jahren für hohe Ertragseinbußen bei Landwirten. Doch mit Dürreversicherungen beißen Makler bei ihnen ganz überwiegend auf Granit.

Anhaltende Trockenheit sorgt seit Jahren für hohe Ertragseinbußen bei Landwirten. Doch mit Dürreversicherungen beißen Makler bei ihnen ganz überwiegend auf Granit. Bild: Adobe Stock/goodluz

Der Anteil der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Deutschland, der gegen Dürreschäden versichert ist, liegt unter einem Prozent. Dabei stellen diese für viele Betriebe das größte Risiko dar. „Die Schadenstatistik der Landwirtschaft zeigt: Die höchsten Ertragseinbußen sind auf Dürren zurückzuführen. Diese treten bisher zwar seltener auf, haben dann aber katastrophale Auswirkungen. In den letzten Jahren hat sich deren Auftreten jedoch gehäuft“, weiß man bei der Vereinigten Hagelversicherung, die solche Deckungen anbietet.

Zwar seien beispielsweise infolge der großen Trockenheit im Jahr 2018 rund 380 Millionen Euro an staatlichen Hilfen an die Bauern ausgeschüttet worden. Diese haben aber bei weitem nicht die tatsächlichen Schäden gedeckt, erklärte ein Unternehmenssprecher. Diese wurden auf knapp 3 Milliarden Euro geschätzt.

Zu ungewohnte Deckung?

Doch warum werden weiterhin kaum Verträge abgeschlossen, obwohl das Risiko so offensichtlich ist? Bei der Vereinigten Hagel glaubt man, dass es unter anderem an dem noch recht neuen Deckungskonzept liegt, dass sich von der seit langem gewohnten Hagelversicherung entscheidet, die zur Standardabsicherung vieler Landwirte gehört. Dabei würde der konkret auf dem Feld entstandene Schaden ermittelt und ersetzt. Die Dürre-Tarife seien jedoch überwiegend Indexversicherungen, die ab einem bestimmten unterschrittenen Wert (zum Beispiel die Niederschlagsmenge) pauschale Leistungen erbringt. Das seien viele Landwirte einfach noch nicht gewohnt.

Es spielt jedoch auch der Preis eine wichtige Rolle. Der GDV rechnet für einen Musterbetrieb mit 50 Hektar zu versicherndem Land mit einer Prämie von rund 4.000 Euro im Jahr. Es sei schwierig, einen Beitrag für 50 Hektar so pauschal zu beziffern, heißt es dazu von Seiten der Vereinigten Hagel. Die Prämien für die Dürreversicherung seien aufgrund des Kumulrisikos (wenn es zum Schaden kommt, dann häufig gleich in mehreren Bundesländern gleichzeitig) aber relativ hoch. Auch die zum Jahresanfang rückwirkende Senkung der Versicherungsteuer für die Gefahr Dürre habe noch keinen großen Effekt bewirkt.

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