Corona: In diesen Sparten eröffnet die Krise Potenziale

Anne Hünninghaus Berater Versicherungen

Die Krise führt dazu, dass sich besonders viele Menschen aktuell mit ihren Versicherungen auseinandersetzen. Welche Sparten davon profitieren können und warum Makler insbesondere in Kurzarbeit Beschäftigte adressieren sollten, verrät eine aktuelle Studie.

28 Prozent der Versicherten hierzulande setzen sich aktuell mit ihren Verträgen auseinander.

28 Prozent der Versicherten hierzulande setzen sich aktuell mit ihren Verträgen auseinander. Bild: Adobe Stock/Sondem

Die nun seit mehr als einem halben Jahr schwelende Krise zeigt weiterhin Effekte: Ein Drittel der Deutschen beschäftigt sich zurzeit verstärkt mit dem Thema Versicherungen. 31 Prozent der Versicherten hierzulande haben sich seit Ausbruch der Krise entweder mit bestehenden Verträgen auseinandergesetzt (19 Prozent) oder über einen Neuabschluss nachgedacht (12 Prozent). Das ist das Ergebnis des repräsentativen Storno-Radars 2020 von Infas Quo mit rund 2.700 Umfrageteilnehmern.

Unter den Kurzarbeitern, die von der Krise ökonomisch betroffen sind, liegt der Anteil derer, die sich mit der eigenen Absicherung konfrontieren, mit 46 Prozent sogar fast doppelt so hoch wie im Bevölkerungsdurchschnitt. Grundsätzliche Bereitschaft für neue Policen zeigen unter ihnen 24 Prozent. Hier lohnt es sich für Makler demnach besonders, beratend zur Seite zu stehen.

Dass die Deutschen sich in diesem Jahr besonders für Krankenversicherungsprodukte interessieren, ist situationsbedingt wenig überraschend. In der Rangliste der für die Menschen gerade besonders relevanten Versicherungen folgen Lebens-, Unfall- und Sachversicherungen. Der Studie zufolge spielen in diesen Krisenmonaten insbesondere beitragsstarke Produkte eine Rolle, währenddessen würden „Brot- und Butter-Verträge“ der Sachversicherung eher vernachlässigt.

Für Vertragskündigung entscheiden sich die wenigsten

Zwei Gründe treiben Versicherte beinahe gleichermaßen an, wenn es um die Beschäftigung mit dem – sonst für viele eher leidigem – Versicherungsthema geht: Kostenaspekte (63 Prozent) und der Leistungsumfang (62 Prozent). Drei Viertel derjenigen, die in den vergangenen Monaten einen genaueren Blick auf ihre Policen und Bedarfe warfen, nahmen anschließend Kontakt zum Profi auf. 20 Prozent von ihnen wandten sich an einen Makler, der Großteil wählte via Vertreter (43 Prozent) oder Zentrale (26 Prozent) den direkten Draht zum Versicherer.

Trotz der für viele aktuell wirtschaftlich schwierigen Zeiten entschied sich laut der Studie allerdings nur eine Minderheit von 12 Prozent der Versicherten, die sich mit ihren Produkten beschäftigten, für eine Kündigung. Hier zahlte sich offenbar ein Entgegenkommen und eine gute Beratung aus: Vertragsmodifikationen auf der Leistungsseite und Beitragsfreistellungen und Stundungen auf der Beitragsseite vermochten die Kundenbeziehungen zu sichern.

Neuabschlüsse in Kranken-, BU- und Plegezusatzversicherung von Interesse

Mit 60 Prozent dachte indes sogar die Mehrheit derjenigen, die sich mit ihrem Schutz auseinandersetzen, darüber nach, einen neuen Vertrag abzuschließen. Jeder Fünfte interessierte sich für eine Krankenzusatzversicherung und jeweils knapp 10 Prozent für eine Pflegezusatz- oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Während die beiden zuletzt genannten Produkte auf einem eher normalen Planungslevel liegen, profitiert die Krankenzusatzversicherung offenbar von der Krise.

Mit 15 Prozent ist auch die Zahl derer hoch, die einen neuen Kfz-Vertrag erwägen. Das erklärt sich mit Blick auf die nahende Abwerberunde im Herbst in Kombination mit dem durch die Krise erhöhten Sparbewusstsein der Deutschen: Ein Drittel der Abschlussinteressierten möchte durch einen neuen Vertrag etwas sparen. Die Sparmotivation zeigt sich besonders deutlich bei den Kunden, die bereits Versicherungen bei einem Direktanbieter abgeschlossen haben: Vor allem die Zielgruppe zwischen 30 und 39 Jahren ist preissensibel.

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