BSV-Klage gegen Axa: Roland Rechtsschutz rudert zurück

Florian Burghardt Versicherungen

Vergangene Woche noch hatte Roland die Deckungsanfrage eines Hotels abgelehnt. Die Betreiberin strebt eine Klage gegen ihren Betriebsschließungsversicherer, die Axa, an. Nun hat der Rechtsschutzversicherer eine Kehrtwende hingelegt.

Kehrtwende: Roland Rechtsschutz sieht nun doch keinen Mangel an Erfolgssaussichten in einer Klage gegen den Betriebsschließungsversicherer Axa.

Kehrtwende: Roland Rechtsschutz sieht nun doch keinen Mangel an Erfolgssaussichten in einer Klage gegen den Betriebsschließungsversicherer Axa. Bild: Roland

Erleichterung bei einer Potsdamer Hotelbetreiberin. Der Rechtsschutzversicherer Roland hat ihr nun doch die Deckungszusage für die Finanzierung rechtlicher Schritte gegen ihren Betriebsschließungsversicherer, die Axa Versicherung AG, erteilt. Dem Hotel waren im Zuge der Corona-Einschränkungen hohe Umsatzausfälle entstanden, für deren Ersatz sie ihre BSV-Police in der Pflicht sieht. Wie viele andere Betreiber will auch sie ihren Versicherer nun gerichtlich zur Leistung verpflichten.  

Dass Rechtsschutzversicherer Roland ihr diesen Rechtsstreit finanzieren würde, danach sah es letzte Woche aber noch gar nicht aus. Der Kölner Versicherer hatte ihre Deckungsanfrage aufgrund nicht hinreichender Erfolgssausichten abgelehnt. Dazu erfolge der Verweis auf ein Urteil des Hammer Oberlandesgerichts, wonach der BSV-Anbieter aufgrund seiner Bedingungen leistungsfrei erklärt wurde.

Roland räumt Fehler ein

In dem Hammer Verfahren waren allerdings nicht die BSV-Bedingungen der Axa, sondern die der Provinzial Nordwest Gegenstand. Welche Bedingungen tatsächlich zur Leistung verpflichten und welche nicht, werden sehr wahrscheinlich noch zahlreiche Gerichtsverfahren selektieren müssen.

Das hat man, wenige Tage nach der Ablehnung, auch bei Roland festgestellt: „Leider ist uns hier wirklich ein Fehler unterlaufen und die Deckung wurde fälschlicherweise abgelehnt. Der zitierte Beschluss des OLG Hamm hat für uns in diesem Fall keine präjudizierende Wirkung und ist auch nicht ausreichend für eine Ablehnung“, erklärte ein Sprecher gegenüber procontra. Man bedaure den Fehler sehr und habe der Versicherten bereits Deckungszusage erteilt.

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare