Warum Makler ihre VSH jetzt überprüfen sollten

Martin Thaler Berater

Corona verändert die Welt und zwingt Makler zur Anpassung ihres Geschäftsmodells. Dies kann aber auch Auswirkungen auf ihre Vermögensschadenshaftpflicht haben, mahnt der VSAV.

Ralf Werner Barth

Mahnt, dass Vermittler ihre VSH nicht auf die leichte Schulter nehmen sollten: VSAV-Vorstand Ralf Werner Barth. Bild: procontra

Die Vereinigung zum Schutz für Anlage- und Versicherungsvermittler mahnt, dass Vermittler ihre Vermögensschadenshaftpflichtversicherungen im Auge behalten sollen. Anlass für die Warnung sei ein „sorgloser Umgang“ bei Beratern und Vermittlern, den man beim Verband festgestellt habe, heißt es in einer entsprechenden Pressemitteilung.  

„Die Corona-Krise verändert die Welt“, erklärte VSAV-Präsident Ralf Werner Barth auf procontra-Nachfrage. Eine Folge hieraus sei, dass Vermittler aufgrund des teilweise rückläufigen Geschäfts und einer zunehmend angespannten wirtschaftlichen Situation zunehmend ihre finanzielle Ausgaben reduzieren würden – hierzu gehört auch die Vermögensschadenshaftpflichtversicherung.

Die neue Sparmentalität sieht Barth jedoch kritisch. „Das neu erwachte Kostenbewusstsein ist zwar verständlich und zuweilen auch angebracht, aber die VSH ist zum Kostensparen die denkbar ungeeignetste Stellschraube. Denn wer sich für einen scheinbar günstigen Tarif entscheidet, nimmt auch immer nicht gleich erkennbare Nachteile in Kauf.“  

Da sei zum einen die Höhe der Deckungssumme, die in vielen Verträgen lediglich der Pflichtuntergrenze entspricht. Dass diese Beiträge oftmals nicht mehr ausreichen, liege auch am Erfolg der Makler und dem damit verbundenen wachsenden Bestand: Mit diesem steige auch das Haftungsvolumen, warnt Barth – insbesondere wenn Vermittler verstärkt Gewerbeversicherungen und betriebliche Altersversorgungsverträge in ihrem Bestand haben. Hier sollte nicht gespart werden, findet Barth, „schließlich ist für ein paar läppische Euro mehr eine Deckungssumme von vier bis fünf Millionen Euro zu haben“.

Die preislichen Verhältnismäßigkeiten in der Vermögensschadenshaftpflichtversicherung hätten sich in den vergangenen Jahren deutlich zugunsten der Versicherungsmakler verschoben, eine Deckungssumme von fünf Millionen Euro sei mittlerweile bereits für einen Beitrag von 2.000 bis 2.500 Euro im Jahr zu bekommen.   Zumal sei Vorsicht geboten bei Anbietern, die mit Kampfpreisen um Marktanteile buhlen würden. „Bei der VSH sind Berater oder Vermittler in einer gewissen Verbraucherrolle. Als Verbraucher wissen wir alle, dass es zwischen Preis und Qualität einen Zusammenhang gibt.  Es ist in jedem Falle empfehlenswert, immer ein Zweit- oder Drittangebot einzuholen oder die oft nicht leicht verständlichen Bedingungen in den VSH-Verträgen von dritter Seite überprüfen zu lassen.“  

Viele Vermittler haben während der Corona-Krise auch ihr Geschäftsmodell erweitert, vermitteln beispielsweise Rohstoffinvestments, erstellen Patientenverfügungen und Testamente oder agieren als Tippgeber. Dass die bestehende VSH jedoch die neuen Geschäftsfelder mitabdeckt, sollte vorher genau geprüft werden. „Vermittler, die ihr Geschäftsfeld erweitern, sollten sich unbedingt mit ihrem Makler in Verbindung setzen“, rät Barth.  

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare