Verbände konkretisieren Pandemie-Absicherung

Florian Burghardt Berater Corona

Der Maklerverband BDVM und die gewerblichen Versicherungsnehmer fordern eine Pandemie-Absicherung und nennen dafür gemeinsame Eckpunkte. Der Schutz soll als Versicherungslösung aufgebaut und für Unternehmen aller Größen selbstverständlich sein.

Die Vorschläge für eine staatlich-private Pandemie-Absicherung werden konkreter. Nach der Vorstellung des BDVM sollte diese als Versicherungslösung erfolgen und für Unternehmen aller Größen zwar freiwillig, aber auch selbstverständlich sein.

Die Vorschläge für eine staatlich-private Pandemie-Absicherung werden konkreter. Nach der Vorstellung des BDVM sollte diese als Versicherungslösung erfolgen und für Unternehmen aller Größen zwar freiwillig, aber auch selbstverständlich sein. Bild: Pixabay

Aus verschiedenen Ecken der Versicherungsbranche sind unlängst Vorschläge laut geworden, wie man die Wirtschaft in Zukunft vor den Folgen von Krisen wie der Corona-Pandemie besser schützen könnte. Ein weiterer Vorstoß kommt nun vom Bundesverband Deutscher Versicherungsmakler (BDVM) in Zusammenarbeit mit dem Gesamtverband der versicherungsnehmenden Wirtschaft (GVNW).

Der Beraterverband und die Stimme der gewerblichen Versicherungsnehmer in Deutschland plädieren für eine Pandemie-Absicherung unter Beteiligung der Versicherungswirtschaft und des Staates (Public-Private Partnership, kurz: PPP). Wie diese konkret aussehen könnte, dazu machen die beiden Interessenvertreter Vorschläge in einem gemeinsamen Positionspapier, das der procontra-Redaktion vorliegt:

  • Grundsätzlich ist eine solche Pandemie-Absicherung nötig, da der dauerhafte Schutz vor den wirtschaftlichen Folgen einer Pandemie die Leistungsfähigkeit der Versicherungswirtschaft deutlich überschreitet. Dies werde aktuell besonders deutlich am Beispiel des Betriebsschließungsversicherungs-Dilemmas.

  • Die Absicherung darf nicht nur KMU, sondern muss allen Arten von Unternehmen sowie Selbständigen zur Verfügung stehen. Sie sollte dennoch hinsichtlich der Beiträge und Leistungen entsprechend der Unternehmensgrößen gestaffelt sein.

  • Es sollte eine freiwillige Lösung sein. Jedoch sollte der Abschluss einer solchen „Police“ für alle Unternehmer selbstverständlich sein. Im Falle eines Nicht-Abschlusses sollte klar sein, dass der Staat nicht erneut mit uneingeschränkten Hilfen zur Verfügung steht.

  • Um Betriebe und Selbstständige zu einer Teilnahme zu bewegen, sollte sich der Staat bei der Finanzierung der PPP beteiligen. Dadurch könnten die Beiträge dafür in einem vernünftigen finanziellen Rahmen gehalten werden.

  • BDVM und GVNW plädieren bei dem Konzept für eine Versicherungslösung. Dafür spricht die Kompetenz der Versicherungswirtschaft, Beiträge zu kalkulieren und Leistungen im Schadenfall schnell zur Verfügung zu stellen. Als Beispiel oder sogar konkretes Dach für das Modell könne die Extremus-Versicherung zum Ausgleich der finanziellen Folgen von Terrorangriffen dienen.

  • Es sollte ein einfacher und klarer „Schwellenwert“ geschaffen werden, der schnell und unkompliziert die Versicherungsleistungen auslöst. Weitere Leistungsstufen sollten kombinierbar sein. Jedoch solle die Mindestschwelle eine Leistungsauslösung bei zu geringen wirtschaftlichen Beeinträchtigungen abwehren.

  • Diese deutsche Lösung könnte als europäisches oder sogar internationales Referenzmodell dienen. Denn mit Blick auf die Problematik internationaler Lieferketten zeigt sich, dass eine Harmonisierung der Sicherungsinstrumente allen Staaten zugutekommen würde.
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