Urteil: Taxifahrgast muss nach Kollision vollständig haften

Anne Hünninghaus Berater Recht & Haftung

Wenn ein Fahrgast beim Aussteigen aus dem Taxi unvorsichtig agiert und es zum Unfall kommt, ist er verpflichtet, in vollem Umfang für den Schaden zu haften. So entschied nun das OLG Köln.

Das OLG Köln entschied nach einem Türöffner-Unfall, dass der Taxifahrgast vollständig für den Schaden haften muss.

Das OLG Köln entschied nach einem Türöffner-Unfall, dass der Taxifahrgast vollständig für den Schaden haften muss. Bild: Adobe Stock/snedorez

So genannte „Türöffner-Unfälle“ gehören zu den Klassikern im Straßenverkehr. Kommt es zu Kollisionen mit Autos oder Radfahrern, weil eine Fahrzeugtür mit zu geringem Abstand zu anderen Verkehrsteilnehmern aufgestoßen wird, müssen oft alle Beteiligten für den Schaden haften. Nicht so in einem aktuellen Urteil des Landgerichts Köln.

Was war passiert?

Nachdem ein Taxi in einer Einbahnstraße am linken Fahrbahnrand gehalten hatte, stieg der Gast durch die hintere rechte Tür aus. Dadurch kollidierte ein anderes Fahrzeug mit der geöffneten Tür, was einen Schaden in Höhe von rund 10.000 Euro zur Folge hatte. Der Haftpflichtversicherer des Taxis regulierte den Schaden des anderen Fahrzeugs und forderte vom Fahrgast, die Summe vollständig zu erstatten.

Dieser verweigerte die Zahlung. Das Landgericht Aachen hatte im März in erster Instanz entschieden, beide Parteien seien jeweils zur Hälfte für den Gesamtschaden haftbar zu machen. Die Begründung: Durch das Halten auf der linken Fahrbahnseite habe der Fahrer eine erhöhte Gefahr für den Unfall geschaffen. Dieses Urteil wollte das klagende Taxiunternehmen nicht akzeptieren.

So entschied das OLG Köln

Das Oberlandesgericht Köln hat dessen Berufung nun in zweiter Instanz stattgegeben (15 U 113/19). Der Fahrgast müsse aufgrund seiner „schwerwiegenden Pflichtverletzung“ voll haften, so die Entscheidung. Er habe beim Aussteigen andere Verkehrsteilnehmer gefährdet. Den Einwand des Landgerichts, der Taxifahrer habe eine erhöhte Gefahr geschaffen, ließ das Oberlandesgericht nicht gelten, da es sich um eine Einbahnstraße handelte. Auch sei eine gesonderte Aufforderung zur Vorsicht seitens des Taxifahrers nicht notwendig gewesen. Der Beklagte sei als Erwachsener allein für sein Verhalten im Straßenverkehr verantwortlich.

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