Steuern: Wann mindern die Krankenkassen-Boni den Sonderausgabenabzug?

Martin Thaler Berater Recht & Haftung

Viele Krankenkassen bieten ihren Versicherten Prämien an, um diese für einen gesundheitsbewussten Lebensstil zu belohnen. Doch wie sind diese Zahlungen steuerlich zu werten? Der Bundesfinanzhof befasste sich nun mit dem Thema.

Bundesfinanzhof

Der Bundesfinanzhof musste entscheiden, wie Boni-Zahlungen der Krankenkassen steuerlich zu werten sind. Bild: Bundesfinanzhof

Ob regelmäßiger Gesundheits-Check-up, die Mitgliedschaft im Fitnessstudio oder die Vorsorgeuntersuchung beim Zahnarzt: Viele Krankenkasse bieten ihren Versicherten mittlerweile Bonusprämien an, um diese für einen gesundheitsbewussten Lebensstil zu belohnen. Doch wie sind diese Boni steuerlich zu behandeln? Mit dieser Frage setzte sich nun der Bundesfinanzhof (BFH) auseinander.  

Der Fall  

Geklagt hatte ein Mann, der von seiner Krankenkasse für sein „gesundheitsbewusstes Verhalten“ insgesamt 230 Euro erhalten hatte. Die rein pauschale Zahlung wertet das Finanzamt jedoch als Erstattung von Krankenversicherungsbeiträgen und minderte in der Folge den Sonderausgabenabzug des Mannes, der daraufhin vor Gericht zog.  

Nachdem das Finanzgericht Leipzig die Zahlungen der Krankenkasse als Leistungen wertete, die weder die Sonderausgaben beeinflussten, noch als sonstige Einkünfte eine steuerliche Belastung auslösten, landete der Fall vor dem Münchener Bundesfinanzhof.  

Das Urteil  

Der BFH nahm eine differenzierte Betrachtung vor: Auch laut der Münchener Richter mindern auch solche Boni den Sonderausgabenabzug nicht, die keinen konkreten Nachweis vorherigen Aufwands des Steuerpflichtigen für eine bestimmte Gesundheitsmaßnahme erfordern, sondern nur pauschal gewährt werden. Auch seien die gewährten Boni nicht als steuerlich relevante Leistung der Krankenkasse anzusehen.  

Allerdings, schränkte der BFH ein, müsse die geförderte Maßnahme beim Steuerpflichtigen Kosten auslösen und die hierfür gezahlte und realitätsgerecht ausgestaltete Pauschale geeignet sein, den eigenen Aufwand ganz oder teilweise auszugleichen. Dies bedeute im Umkehrschluss: Nimmt der Steuerpflichtige Vorsorgemaßnahmen in Anspruch, die vom Basiskrankenversicherungsschutz umfasst sein, beispielsweise Schutzimpfungen oder Zahnvorsorge, fehle es an eigenem Aufwand, der durch einen Bonus kompensiert werden könne. Gleiches gelte für Boni, die für den Nachweis eines aufwandsunabhängigen Verhaltens oder Unterlassens (bspw. gesundes Körpergewicht, Nichtraucherstatus) gezahlt werden.