Rentenübersicht nimmt nächsten Schritt

Martin Thaler Versicherungen

Der Gesetzesentwurf zur säulenübergreifenden Renteninformation ist vom Bundeskabinett verabschiedet worden. 2022 soll es mit einer Pilotphase losgehen.

Schritt

Die Bundesregierung hat bei der Einführung der säulenübergreifenden Renteninformation den nächsten Schritt gemacht. Bild: Pixabay/ bluebudgie

Die von der Bundesregierung geplante säulenübergreifende Renteninformation ist vom Bundeskabinett auf den Weg gebracht worden. Die Digitale Rentenübersicht soll allen Bundesbürgern einen Gesamtüberblick über die erreichten sowie erreichbaren Ansprüchen sowohl aus gesetzlicher als auch betrieblicher und privater Vorsorge bieten und damit dazu beitragen, die Altersvorsorge zu erleichtern. „Wir wollen den Kenntnisstand der Bürgerinnen und Bürger über ihre eigene Altersvorsorge verbessern“, erklärte hierzu Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD), „Denn nur wer Bescheid weiß, kann gut vorsorgen“, so Heil.  

Zur Umsetzung wird bei der Deutschen Rentenversicherung Bund eine „Zentrale Stelle für die Digitale Rentenversicherung“ geschaffen, auf die Informationen sollen die Bundesbürger anschließend mittels ihrer Steuer-Identifikationsnummer zugreifen dürfen.

Geht es nach den Plänen der Bundesregierung soll das Gesetz noch in diesem Herbst vom Parlament beschlossen werden, 2022 erfolgt dann der Startschuss für eine Pilotphase. In dieser soll es den Versorgungsträger noch freigestellt sein, die benötigten Informationen zur Verfügung zu stellen. Ab 2023 wird die Informationsbereitstellung dann verpflichtend.  

In einer ersten Stellungnahme begrüßte Dr. André Geilenkothen vom Beratungsunternehmen Aon den Kabinettsbeschluss: „Dass erst vor kurzem vorgelegte Referentenentwurf zügig vom Kabinett verabschiedet wurde, zeigt deutlich, welchen Stellenwert das Projekt hat. Transparenz in der Altersversorgung ist wichtiger denn je.“  

Als Reaktion auf den Gesetzesentwurf, der vom Bundeskabinett weitestgehend übernommen worden war, hatten Verbraucherschützer das Projekt der Bundesregierung grundlegend begrüßt, jedoch auch einige Kritikpunkte vorgebracht. So war unter anderem die Befürchtung geäußert worden, dass die Informationen nicht unabhängig seien und für die Versicherungsindustrie als Verkaufsargument genutzt werden könnten. Der Bund der Versicherten hatte angemahnt, dass der Gesetzesentwurf die Lebensversicherer bevorzuge, während alternative Formen der Altersvorsorge, wie Immobilien, nicht berücksichtigt würden.  

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