Rentenübersicht: BdV kritisiert Privilegierung der Lebensversicherer

Martin Thaler Versicherungen

Die säulenübergreifende Renteninformation soll den Deutschen die private Altersvorsorge erleichtern. In ihrer geplanten Form werden allerdings nur die Lebensversicherer privilegiert, kritisiert nun der BdV und fordert Änderungen.

Axel Kleinlein

BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein begrüßt das Vorhaben einer Rentenübersicht, hat aber einige Kritikpunkte. Biid: BdV

Der vorgelegte Gesetzesentwurf der Bundesregierung zur geplanten säulenübergreifenden Rentenübersicht stößt bei den Verbraucherschützern des Bunds der Versicherten (BdV) auf Kritik. In einer Stellungnahme kritisierte der BdV den Gesetzesentwurf als „Stückwerk“. Wesentlicher Kritikpunkt ist die enge Definition der privaten Altersvorsorge, die aus Sicht der Verbraucherschützer nur Angebote der Lebensversicherer erfasse. „Damit wird der Eindruck geschaffen, dass man nur mit Lebensversicherungen private Altersvorsorge betrieben könne“, kritisierte BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein.  

Stattdessen spricht sich der BdV dafür aus, andere Altersversicherungsformen miteinzubeziehen: Hierzu gehörten Sparverträge (Bank-, Fonds-, Aktien- und sonstige Wertpapiersparpläne sowie Bausparpläne), Pfandbriefe und Immobilien.  

Darüber hinaus sollte auch den Anbietern von Risikoabsicherungen (u.a . Absicherung bei Pflegebedürftigkeit, Todesfallabsicherungen, Arbeitskraftabsicherung) die Möglichkeit gegeben werden, sich an das Portal anzubinden, da auch diese eine alterssichernde Ausprägung haben könnten, wenn sie im Alter eine Einkommensbelastung mindern und damit eine lebensstandardsichernde Funktion aufweisen. 

Zwar sei aus Sicht des BdV das Ansinnen der Bundesregierung, über den Stand der individuellen Altersvorsorge zu informieren, grundlegend zu begrüßen, doch würde durch die derzeitige Ausgestaltung des Gesetzesentwurfs der Eindruck vermittelt, dass die Lebensversicherer ein Monopol auf die private Altersvorsorge hätten.  

Hierdurch, so kritisiert der BdV, werde eine nicht vorhandene Sicherheit suggeriert. Viele Versicherer seien allerdings in schlechter Verfassung, argumentiert Kleinlein und verweist auf die kürzlich vorgelegte Solvenzstudie der deutschen Lebensversicherer, die von Seiten der Versicherer stark kritisiert worden war.

Auch die Verbraucherschützer Bundeszentrale hatten vergangene Woche eine Stellungnahme zur geplanten Rentenübersicht vorgelegt: Die enge Definition des Altersvorsorgebegriffs war auch hier einer der Kritikpunkte.

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