„Online-Handel bietet viel Angriffsfläche für Cyberkriminalität“

Handelsschutz Top News Berater Michael Fiedler

Die Risiken von Händlern sind unterschiedlich. Worauf Vermittler bei der Einschätzung des Betriebsrisikos achten sollten und wie Software dabei helfen kann, fragte procontra Sven Schönfeld, Head of Sales bei Thinksurance.

Sven Schönfeld

„Besonders der Online-Handel bietet viel Angriffsfläche für Cyberkriminalität“, sagt Sven Schönfeld von Thinksurance. Worauf Vermittler bei der Einschätzung des Risikos für Händler noch achten sollten und wie Software bei der Beratung helfen kann. Bild: Thinksurance

procontra: Groß-, Einzel- oder Onlinehandel: Welche Händler tragen welches Risiko?

Sven Schönfeld: Der Kunde rutscht auf dem frisch gewischten Boden im Laden aus, ein Käufer verletzt sich durch ein fehlerhaftes Produkt. All das sind Risiken, mit denen der Handel - unabhängig von der Handelsform - tagtäglich rechnen muss. Folglich ist für den Handel generell immer eine Betriebshaftpflicht zu empfehlen. Handelsunternehmen, die Ware lagern oder Inventar besitzen, sollten ihre Ware noch zusätzlich durch eine Inhaltversicherung absichern, um bspw. im Fall von Leitungswasserschäden oder Einbruchdiebstahl geschützt zu sein. Im Einzelhandel auch relevant: Ist der Händler auch Besitzer der Räumlichkeiten, sollte eine Gebäudeversicherung in Betracht gezogen werden. Nach wie vor stark unterschätzt ist das Risiko der Cyberkriminalität. Egal ob reines Online - Unternehmen oder nicht, ein Hacker- Angriff kann nicht nur hohe Kosten verursachen, sondern den gesamten Betrieb lahmlegen. Besonders der Online-Handel bietet viel Angriffsfläche für Cyberkriminalität. So kann eine DDoS-Attacke den kompletten Shop stilllegen und somit zu hohen Umsatzeinbußen führen. Eine Cyberversicherung übernimmt dabei Schadenskosten, wie z.B. Forensik- oder Wiederherstellungskosten der betroffenen Daten, Kosten aus Haftungs- und Eigenschäden durch Cyberkriminalität und bietet präventive Hilfsmaßnahmen an.  

procontra: Worauf sollten sich Makler vorbereiten, um das Risiko des jeweiligen Betriebs einzuschätzen?

Schönfeld: Um das Risiko besser abschätzen zu können, ist es hilfreich im Vorfeld ein wenig Recherchearbeit zu betreiben. Eine Checkliste kann hierbei unterstützen und Struktur bringen. Im ersten Schritt ist es förderlich klassische Internetrecherche zu betreiben. Die Website kann zusätzliche Aufschlüsse über Handelsform, -größe, das gesamte Warensortiment etc. geben. Unternehmenskennzahlen können über Handelsregister oder über dafür ausgelegte Webseiten ermittelt werden. Eine Betriebsbegehung hilft Risiken direkt vor Ort zu erkennen. Unmittelbar vor dem Gespräch ist es außerdem empfehlenswert die wichtigsten Deckungsinhalte für die jeweilige Branche rauszusuchen und bestehende Altverträge auf Deckungslücken zu prüfen. Oft hilft es den Kunden selbst nach seinen Präferenzen zu fragen. Meistens kann dieser sein Risiko gut einschätzen. So können beispielsweise auch Exklusivitäten geprüft werden.  

procontra:  Wie kann softwarebasierte Beratung dabei helfen?

Schönfeld: Softwarebasierte Beratung hilft grundsätzlich den Vermittlungsprozess effizienter zu gestalten. So kann der Vermittler viel Zeit sparen und seinen Kunden umfänglicher beraten, z.B. dank direktem Zugriff auf alle Kundendaten, digitaler Risikoerfassung sowie automatisierte Vergleichsrechner. Speziell bei unserer Thinksurance Plattform läuft der komplette Prozess von Risikoerfassung bis hin zum Abschluss digital und ohne Medienbruch ab. Je nach Betriebsart werden dem Vermittler für die Beratung die wichtigsten Produkte vorgeschlagen und eine dynamische Risikoerfassung fragt nur für die Betriebsart relevante Fragen ab - diese kann der Vermittler gemeinsam mit dem Kunden digital erfassen oder dem Kunden per Link schicken. Entlang des Vermittlungsprozesses erhält der Nutzer Schadensbeispiele und Hilfetexte, die vor allem bei weniger bekannten Betriebsarten hilfreich sein können. Außerdem ermöglicht unsere Plattform einen Tarifvergleich von 3 Tarifen gleichzeitig und erlaubt eine automatische Ausschreibung bei komplexen Risiken.

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