Kundenurteil: Das sind die fairsten Rechtsschutzversicherer

Anne Hünninghaus Berater Recht & Haftung Versicherungen

Versicherte erteilen neun von 29 Anbietern die Bestnote, wenn es um einen fairen Umgang geht. Welche das sind und wie sich Fairness messen lässt, verrät eine aktuelle Studie.

Insgesamt neun Rechtsschutzversicherern bescheinigten die Kunden die Bestnote

Insgesamt neun Rechtsschutzversicherern bescheinigten die Kunden die Bestnote "sehr gut". Bild: Adobe Stock/Alexander Limbach

„Versicherer prellt Gastronomen um Rechtsschutz“ – Schlagzeilen wie diese sind inmitten der Corona-Krise Gift für Kundenvertrauen und Reputation. In dem so betitelten Fall verweigert der Versicherer Hotels und Gaststätten Rechtsschutzleistungen im Kontext vor Gericht ausgefochtener Kämpfe um Betriebsschließungspolicen. In der ohnehin angespannten Lage um das Thema BSV drohen nun also auch Rechtsschutzversicherern Image-Schäden.

In der Rechtsschutzversicherung gibt es immer wieder Fälle, in denen der Versicherer den Leistungsantrag ablehnt. In einigen davon stellt sich nach rechtlicher Prüfung allerdings heraus, dass der Anbieter doch leistungspflichtig ist. Unter anderem solche Situationen tragen dazu bei, dass die Sparte Rechtsschutzversicherung eine vergleichsweise hohe BaFin-Beschwerdequote aufweist.

Fairness ist daher besonders in diesem Versicherungsbereich das höchste Gut und ein wichtiges Entscheidungskriterium für Kunden, wenn es um die Auswahl eines Tarifs geht. Den – eher schwammigen Fairness-Begriff – haben das Analysehaus Service Value und die Zeitschrift „Focus Money“ in fünf Teildimensionen und 29 Leistungsmerkmale übersetzt und im Juni 2.116 Rechtsschutzkunden zur Einschätzung zu 29 Anbietern befragt.

Anhand dieser Kriterien lässt sich Fairness messen

· Faire Kundenberatung (Merkmale z.B. Auskunftsfähigkeit, Verbindlichkeit)

· Fairer Kundenservice (Merkmale z.B. Erreichbarkeit, Telefonische Rechtsberatung)

· Faire Kundenkommunikation (Merkmale z.B. Verständlichkeit der Unterlagen)

· Faire Tarifleistung (Merkmale z.B. Transparenz, Auslandsschutz, Problemlose Deckung der Anwaltsgebühren, Mediationsverfahren)

· Faires Preis-Leistungs-Verhältnis (Merkmale z.B. Beitragsstabilität, Fallbegrenzung bei telefonischer Rechtsberatung)

Aus der jeweiligen Bewertung der Einzelaspekte errechneten die Studienmacher eine Schulnote pro übergeordnete Teildimension. Alle Anbieter mit einem durchschnittlichen Gesamtwert bekamen die Note „gut“, solche über dem Durchschnitt die Note „sehr gut“.

In allen fünf Teildimensionen ein „sehr gut“ erzielten die drei Anbieter ADAC Rechtsschutz, Advocard und ARAG. Für die endgültige Rangliste wurden die Noten aller Teildimensionen zusammengerechnet. Insgesamt neun Rechtsschutzversicherern bescheinigten die Kunden die Bestnote:

Das sind die Kundenlieblinge unter den Rechtschutz-Anbietern

(in alphabetischer Reihenfolge)

  • ADAC Rechtsschutz
  • Advocard
  • Allianz
  • ARAG
  • Concordia
  • DEVK
  • Huk-Coburg
  • LVM
  • VGH

Die fünf größten Rechtsschutzrisiken hat kürzlich der Anbieter Roland Rechtsschutz in der Auswertung seiner rund 365.000 Leistungsfälle im vergangenen Jahr ermittelt. In diesem Jahr dürfte die Corona-Pandemie allerdings neue „Trends“ in Bezug auf Rechtsschutz-Schadensarten setzen - so wird das Thema Arbeitsrechtsschutz deutlich an Bedeutung gewinnen.

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