Kfz-Telematik: Versicherer kontern BdV-Kritik

Florian Burghardt Versicherungen Top News

Laut dem GDV können sich Telematik-Kunden darauf verlassen, dass die Versicherer mit ihren Daten sorgsam umgehen. „Denn anders als viele andere Player in der digitalen Ökonomie sind Versicherer keine Datenhöker, sondern Datentreuhänder“, hieß es dazu heute von Verbandsseite auf procontra-Nachfrage.

Die Versicherer könnten den Datenschatz nur dann heben, wenn die Angebote auch gesellschaftlich akzeptiert seien. Um das zu erreichen, dürfen sich die Unternehmen also keine Fehler oder Intransparenz erlauben. Dazu trage auch die seit 2012 geltende freiwillige Selbstverpflichtung (Code of Conduct bei.

„Für den Kunden sehr gut zu finden“

Bezüglich der Transparenz der Prämiengestaltung verwies der GDV allerdings auf die Anbieter selbst. Dazu äußerte man sich beim Marktführer Huk-Coburg, bei dem bereits über 200.000 Kunden einen Telematik-Tarif abgeschlossen haben, recht unaufgeregt. Einerseits werde der Kunde durch die Vertragsbedingungen ausführlich über die Berechnungsgrundlagen des Fahrwerts informiert. Transparenz schaffe zudem das Fahrerfeedback in der „HUK Mein Auto“-App, die allen Telematik-Kunden zur Verfügung steht.

„Fahrer erhalten in der App, neben dem persönlichen Fahrwert, insbesondere auch eine separate Einschätzung zu ihrem Beschleunigungs-, Lenk-, Brems- und Geschwindigkeitsverhaltens. Der Kunde kann die Bewertungsgrundlagen für den Fahrwert auch noch einmal direkt in der App einsehen. Der entsprechende Link ist direkt auf der Detailseite zur Entwicklung des Fahrwerts platziert und damit für den Kunden sehr gut zu finden. Besonders auffällige Fahrereignisse, wie starke Bremsungen oder eine zu hohe Kurvengeschwindigkeit, werden den Kunden als direktes Feedback in den Fahrdetails zu jeder Fahrt angezeigt“, erklärte Dr. Daniel John, Leiter der Abteilung Aktuariat Komposit bei Huk-Coburg.

Allianz gibt Einblick

Bei der Allianz weist man in Sachen Datenschutz auf die zwei getrennten Datenkreise hin. Kunden- und Vertragsdaten würden bei der Allianz liegen, die Telematik-Daten bei deren Dienstleister. Ein Austausch dieser an den Versicherer würde ausschließlich verschlüsselt stattfinden. „Wir als Allianz erhalten lediglich die Tageswertung und die gefahrenen Kilometer. So können wir als Versicherer nicht nachverfolgen, wer, wann, wo gefahren ist“, erläuterte eine Sprecherin.

Für die Prämienberechnung vergibt das Allianz-System nach jeder Fahrt Punkte, angelehnt an mehrere Faktoren. Den höchsten Einfluss hat das Bremsverhalten mit 30 Prozent. Die Beschleunigungsvorgänge, das Kurvenfahrverhalten und die Routenkriterien werden jeweils mit 20 Prozent bewertet, die Geschwindigkeit mit 10 Prozent. Maximal gibt es 100 Punkte. Seine individuelle Fahrtwertung könne der Kunde nach jeder Fahrt in der App ansehen.

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