Kfz-Telematik: Versicherer kontern BdV-Kritik

Florian Burghardt Versicherungen Top News

„Intransparente Prämienberechnung und in Sachen Datenschutz mit Vorsicht zu genießen“: Der BdV rät davon ab, Telematik-Tarife in der Kfz-Versicherung zu nutzen. Wir baten Huk-Coburg, Allianz und GDV um eine Einschätzung zur Kritik.

Laut dem BdV sind Telematik-Tarife in der Kfz-Versicherung intransparent. Allianz und Huk-Coburg sehen das anders.

Laut dem BdV sind Telematik-Tarife in der Kfz-Versicherung intransparent. Allianz und Huk-Coburg sehen das anders. Bild: Adobe Stock

Die Versicherungsbranche präsentiert Telematik-Tarife gerne als großen Zukunftstrend, vor allem in der Kfz-Versicherung. Der Nutzer gibt direkt aus dem Auto Daten über sein Fahrverhalten preis und bei entsprechenden Werten wird seine Versicherungsprämie günstiger. Doch genau diese Berechnungsgrundlage des Konzepts kritisiert der Bund der Versicherten (BdV) nun in aller Breite.

„Viele der angebotenen Tarife sind intransparent. Bei den Versicherern, die Telematik-Tarife anbieten, ist meist nicht eindeutig nachvollziehbar, wie und in welchem Umfang sich ein konkretes Fahrverhalten auf die Prämie auswirkt“, heißt es in einer Mitteilung des BdV vom Freitag. Zudem würden die Unternehmen unterschiedliche Kriterien zur Ermittlung eines sicheren Fahrverhaltens nutzen. Schnelles Beschleunigen, hartes Bremsen, die Geschwindigkeit ans sich, das Kurvenverhalten und die Leerlaufzeit würden einerseits herangezogen, daneben aber auch nicht vom Fahrer abhängige Kriterien wie die Tageszeit der Nutzung oder der befahrene Straßentyp.

Bedenklicher Umgang mit Daten?

„Ob die Einstufung ihres Fahrverhaltens durch die Versicherungsgesellschaft – und damit die Höhe der zu zahlenden Prämie – korrekt ist, können Versicherungsnehmer/innen aufgrund der bestehenden Intransparenz jedoch nicht nachvollziehen“, meinen die Verbraucherschützer.

Doch nicht nur die Methodiken zur Ermittlung der Telematik-Prämien sieht man beim BdV kritisch, sondern auch den Umgang mit den Daten der Fahrer. „Verbraucher/innen sollten die Tarife auch in Bezug auf die zugrundeliegenden datenschutzrechtlichen Vereinbarungen kritisch prüfen. Auf dem Prüfstand sollte dabei insbesondere stehen, wer welche Daten erhält, wie beziehungsweise wofür diese verarbeitet werden und welche Vorschriften bei mehreren Fahrer/innen zu beachten sind“, raten die Verbraucherschützer.

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