Großteil der Kunden zeigt sich mit Altersvorsorgeberatung zufrieden

Martin Thaler Berater

Beim Thema Altersvorsorge bestehen weiterhin große Versorgungs- und Wissenslücken. Viele Menschen zeigen sich zudem beratungsresistent – dabei sind viele Kunden von der Beratung begeistert, wie eine neue Studie zeigt.

Qualität

Viele Kunden sind mit der Qualität der Altersvorsorgeberatung zufrieden. Bild: Pixabay/ geralt

Wie ist es um die Altersvorsorge der Deutschen bestellt? Eine Untersuchung des Forschungs- und Beratungsinstituts Sirius Campus in Zusammenarbeit mit dem Beratungshaus Aeiforia zeichnet ein düsteres Bild.  

Laut dem Schwerpunktbericht „Altersvorsorge“ aus dem Kundenmonitor Assekuranz, für den insgesamt 1.769 Menschen zwischen 18 und 60 Jahren befragt worden waren, gaben lediglich 40 Prozent der Befragten an, ausreichend für ihren Ruhestand vorgesorgt zu haben – im Gegensatz zur Vorgängerstudie aus dem Jahr 2017 bedeutet dies ein Rückgang um drei Prozentpunkte. Als besonders gut abgesichert gelten ältere Männer (über 55 Jahre) mit einem relativ hohen Haushaltsnettoeinkommen (ab 3.500 Euro), die sich persönlich in Versicherungsfragen betreuen lassen.  

Im Umkehrschluss zeigt das Umfrageergebnis jedoch auch: 57 Prozent der Befragten fühlen sich nicht ausreichend fürs Alter abgesichert, bei 32 Prozent ist die Lage besonders niederschmetternd. Sie haben bislang keine ausreichende Vorsorge betrieben, verfügen aber auch nicht über die notwendigen Informationen, wie sie diesem Missstand abhelfen können. Besonders jüngere Leute sowie Niedrigverdiener (Haushaltsnettoeinkommen bis 2.000 Euro) finden sich in dieser Gruppe wieder.  

Große Sorge vor Altersarmut

Entsprechend hoch ist bei vielen die Sorge vor einer drohenden Altersarmut: 53 Prozent der Befragten äußerten diese, vor allem Frauen (58 Prozent) fürchten um ihre finanzielle Situation im Rentenalter, während Männer (48 Prozent) ein wenig entspannter agieren.  

Schwer in Einklang zu bringen ist jedoch die weitverbreitete Angst vor Altersarmut mit dem eigenen finanziellen Wissen. So erklärten gerade einmal 58 Prozent der Befragten, sich den jährlichen Zwischenbescheid zum Stand ihrer gesetzlichen Rentenversicherung durchzulesen. Auch bei der Einschätzung der durchschnittlichen Rentenbezugsdauer liegt ein Großteil der Befragten daneben – 54 Prozent gehen anstatt der durchschnittlich 25 Jahre von einer kürzeren Dauer aus.  

 

AltersvorsorgeformZahl der Kunden, die diese präferiert
Immobilie (selbst genutzt)46 Prozent
Betriebliche Altersversorgung37 Prozent
Immobilie (vermietet)34 Prozent
Riester-Rente26 Prozent
Kapitallebens- oder Rentenversicherung25 Prozent
Gold23 Prozent
Bausparvertrag21 Prozent

Hinzu kommt, dass zwar viele die niedrigen Zinsen bei Banken (52 Prozent) sowie Versicherungen (43 Prozent) beklagen, mögliche Alternativen jedoch nicht ins Auge fassen – auch hier spiegelt sich die mangelnde finanzielle Bildung wider. So spielen kapitalmarktnahe Produkte wie Aktienfonds, fondsgebundene bzw. indexgebundene Lebens- und Rentenversicherungen oder ETFs nur für wenige Menschen eine Rolle beim Aufbau der eigenen Altersvorsorge. „Wie das Kaninchen vor der Schlange verharren viele Menschen in ihren gelernten Entscheidungsmustern: Sparbuch und Lebensversicherung gleich ,gut‘, Aktien und ETFs gleich ,schlecht‘“, kommentierte Sirius-Campus-Geschäftsführer Christoph Müller das Ergebnis. Hoffnungsschimmer am Horizont sei allerdings, dass zumindest bei jüngeren Menschen ein zunehmendes Interesse für Aktien & Co. feststellbar sei.  

Obwohl das eigene finanzielle Grundwissen offenbar bei vielen Menschen kaum oder gar nicht vorhanden ist, zeigte sich nur knapp ein Drittel der Befragten (31 Prozent) an einer Beratung zur privaten Altersvorsorge interessiert. Meist genutzter Beratungsort ist dabei die Bank (40 Prozent), gefolgt vom Versicherungsvertreter (34 Prozent) sowie vom Makler (14 Prozent).  

Hohe Zufriedenheit mit Beratung

Diejenigen, die finanzielle Beratung in Anspruch genommen haben, sind in der Regel jedoch sehr mit dem Ergebnis zufrieden. In nahezu der Hälfte der Fälle zeigten sich Kunden von der Altersvorsorgeberatung begeistert und vergaben die Urteile „ausgezeichnet“ oder „sehr gut“, nur 15 Prozent nahmen die Beratungsgespräche als „mittelmäßig“ oder „schlecht“ wahr.  

„Das größte Optimierungspotenzial für die Zufriedenheit mit der Vorsorgeberatung liegt vor allem in der Berücksichtigung aller Einkommensquellen des Kunden, der möglichst exakten Vorausberechnung der Altersbezüge sowie dem individuellen Zuschnitt des Altersvorsorgeprodukts“, so Müller. „Werden diese Punkte in der Beratung berücksichtigt, kommt es (sicherlich) zu besseren Vorschlägen, die dann auch häufiger zum Abschluss führen.“