Gaming: Warum der Versicherungsschutz für virtuelle Güter boomt

Martin Thaler Versicherungen Top News Berater

Die Deutschen investieren jedes Jahr Milliarden Euro in Video- und Computerspiele. Erste Versicherer erkennen das Potenzial und bieten Gaming-Policen an.

2019 wurden in Deutschland 6,2 Milliarden Euro mit Computer- und Videospielen umgesetzt.

2019 wurden in Deutschland 6,2 Milliarden Euro mit Computer- und Videospielen umgesetzt. Bild: Adobe Stock/robu_s

Es sind nur ein paar Zahlen, gespeichert irgendwo auf einem Server – und doch können diese Zahlen in der realen Welt Zigtausende Euro wert sein. Im Jahr 2013 zahlte ein Spieler des Online-Strategiespiels Dota 2 die stolze Summe von 38.000 Dollar für einen „Ethereal Flame Pink War Dog“, ein digitales, pinkfarbenes Wesen.

Dieses – wenn auch außergewöhnliche – Beispiel zeigt: Videospiele sind zu einem Millionengeschäft geworden, für das immer mehr Menschen Geld ausgeben. Über ein Drittel der deutschen Bevölkerung gibt an, zumindest gelegentlich zu Joypad, Smartphone oder Tastatur zu greifen. „Viele haben beim Thema Videospiele immer noch das falsche Bild vom ungeduschten Kellerkind vor Augen. Das Thema hat über die vergangenen Jahre immer mehr an Breite und Wahrnehmung gewonnen“, erläutert Micha H. Schrammke, selbst leidenschaftlicher Gamer sowie Versicherungsmakler. Mit Gamesurance hat Schrammke vor zwei Jahren ein Portal zum Thema Versicherungslösungen für die Gaming-Community aus dem Boden gestampft.

Laut Zahlen des Verbands der Deutschen Games-Branche wurden im vergangenen Jahr insgesamt 6,2 Milliarden Euro mit Computer- und Videospielen umgesetzt. 2,25 Milliarden entfallen dabei bereits auf sogenannte In-Game-Käufe – bei denen man in Spielen für virtuelle Güter sein Geld ausgibt. Tendenz steigend. Dies zeigt, welche Werte in den Accounts der Spieler schlummern.

Erste Versicherer bieten Lösungen

Werte, die es abzusichern gilt. Mit Ergo und Markel, die ihre Gaming-Lösungen über das Start-up Insurninja vertreiben, haben die ersten Versicherer Lösungen in ihren Portfolios, die nicht mehr nur die preis­intensive Hardware der Gamer absichern, sondern auch deren virtuelle Besitztümer. Die Angebote richten sich jedoch an zwei verschiedene Zielgruppen.

Über ihre Innovationsplattform innosure.me bietet die Ergo ihre eGamer-Versicherung an. „Wir richten uns hierbei an Freizeitgamer“, beschreibt Gregor Wiest, Head of Innovation & Digital Transformation bei der Ergo, die Zielgruppe. Diese haben die Wahl zwischen zwei sogenannten Shields: einem Tech-Shield, mit dem die Technik abgesichert wird, und dem Account-Shield, der das virtuelle Alter Ego der Gamer gegen Hackerangriffe versichert.

Der virtuelle Versicherungsschutz, der für 70 Euro im Jahr zu haben ist, umfasst dabei Schäden von bis zu 3.000 Euro pro Account, pro Versicherungsfall werden bis zu 1.000 Euro gezahlt. Welches Spiel der User dabei spielt, ist unerheblich, solange es auf einer der bislang zehn versicherten Plattformen gespielt werden kann. Generell fehlt es bei der Absicherung virtueller Güter noch an Daten zum möglichen Schadens­potenzial. „Wir tasten uns an das Thema heran“, so Wiest.

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