Corona-Quartalszahlen: Allianz manövriert sich passabel durch die Krise

Anne Hünninghaus Versicherungen Corona

Der Allianz SE hat das zweite Corona-geprägte Quartal in allen Sparten zu schaffen gemacht. Dennoch fallen die Geschäftszahlen positiver aus als von den Analysten erwartet.

Trotz der trüben Aussichten erreichte die Allianz SE in ihren Quartalszahlen zumindest optimistischste Analysten-Szenario.

Trotz der trüben Aussichten erreichte die Allianz SE in ihren Quartalszahlen zumindest optimistischste Analysten-Szenario. Bild: Allianz

Vor einem Monat fasste die Allianz die Effekte des bisherigen Jahres auf den Versicherungsmarkt wie folgt zusammen: „Bevor das Corona-Virus unsere Pläne durchkreuzte, war die Branche auf einem guten Weg“. Im „Global Insurance Report“ prognostizierte der Versicherer, dass die Prämieneinnahmen als Folge der Pandemie weltweit um 3,8 Prozent und in Westeuropa sogar um 4,7 Prozent schrumpfen werden. Für Deutschland erwarten die Experten ein Minus bei den Prämieneinnahmen von 4,9 Prozent gegenüber 2019.

Nun zeichnet sich im Unternehmen leises Aufatmen ab: Trotz der trüben Aussichten erreichte die Allianz SE in ihren Quartalszahlen zumindest optimistischste der Analysten-Szenarien. In den Monaten von April bis Juni verzeichnete der Konzern einen operativen Gewinn von 2,6 Milliarden Euro. Das ist zwar ein knappes Fünftel weniger als die im Vorjahreszeitraum verdienten 3,2 Milliarden Euro. Die Analysten hatten allerdings zwischen 2,2 bis maximal 2,6 Milliarden Euro erwartet.

Einbußen in allen Geschäftsbereichen

Das interne Umsatzwachstum, bereinigt um Währungs- und Konsolidierungseffekte, ging um 7,7 Prozent zurück. Der Einbruch ist überwiegend auf die Geschäftsbereiche Lebens- und Krankenversicherung zurückzuführen. Der Gesamtumsatz sank im zweiten Quartal dieses Krisenjahres um 6,8 Prozent auf 30,9 Milliarden Euro im Vergleich zum selben Zeitraum im Vorjahr.

Alle Geschäftsbereiche, Sach- und Lebensversicherung sowie die Vermögensverwaltung fuhren gegenüber dem Vorjahreszeitraum Verluste ein. Im Geschäftsbereich Schaden- und Unfallversicherung sank das operative Ergebnis im zweiten Quartal im Kontext mit Corona sowie aufgrund eines niedrigeren operativen Kapitalanlageergebnisses. Das niedrigere operative Ergebnis im Geschäftsbereich Asset Management ist laut Allianz hauptsächlich auf niedrigere erfolgsabhängige Provisionen zurückzuführen. Der auf Anteilseigner entfallende Quartalsüberschuss ging um 28,6 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro zurück.

Die Solvenzquote ist indes leicht auf 187 Prozent gefallen. Diese liegt jedoch noch immer ein Stück von der kritischen Marke von 160 Prozent entfernt. Aufgrund der „anhaltenden Unsicherheit“ möchte der Versicherer zum jetzigen Zeitpunkt allerdings keine aktualisierte Prognose für das operative Ergebnis im Jahr 2020 liefern.

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