Corona-Kilos: So wirkt Übergewicht auf Biometrie-Schutz

Florian Burghardt Corona Berater

Die Deutschen haben in der Corona-Krise zugenommen. Ein höherer BMI kann bei Biometrie-Versicherungen aber Risikozuschläge, Leistungsausschlüsse und sogar Ablehnungen bedingen. Ab wann das Gewicht bei RLV, BU und PKV relevant wird.

Laut einer Erhebung von Check24 haben die Deutschen im Laufe der Pandemie durchschnittlich 1,3 Kilogramm zugenommen.

Laut einer Erhebung von Check24 haben die Deutschen im Laufe der Pandemie durchschnittlich 1,3 Kilogramm zugenommen. Bild: Adobe Stock /alvaro

Eine Studie der KKH hatte bereits vor einigen Monaten die Vermutung geäußert: Die Corona-Krise könnte bei der deutschen Bevölkerung für eine Gewichtszunahme sorgen. Vor allem ohnehin schon übergewichtige Menschen oder solche, die sich erst vor kurzem einen gesünderen Lebenswandel angeeignet hatten, seien gefährdet. Hauptgrund für Corona-Kilos: Weniger Bewegung durch viel Arbeit im Homeoffice und eingeschränkte Freizeit- und Sportmöglichkeiten. Unter anderem war Mannschaftssport lange untersagt und Fitnessstudios mussten geschlossen bleiben.

Laut Zahlen von Check24 hat sich die KKH-Prognose schon teilweise bewahrheitet. Das auch als Versicherungsmakler tätige Vergleichsportal hat alle seine vermittelten Abschlüsse von Risiko-Lebensversicherungen (RLV) im Zeitraum der Monate Februar bis einschließlich Juni 2020 analysiert. Umgerechnet auf eine Musterperson mit einer Körpergröße von 1,73 Metern (durchschnittliche deutsche Unisex-Körpergröße) wogen die RLV-Antragsteller im Schnitt 1,3 Kilogramm mehr als vor Beginn der Pandemie. Am stärksten betroffen ist die Altersgruppe zwischen 31 und 40 Jahren. Sie haben im Schnitt 1,6 Kilogramm zugenommen.

Schon ab BMI 28 kann es teurer werden

Eine solche Gewichtszunahme kann auch Auswirkungen auf die Versicherbarkeit haben. Unter anderem in der RLV werden Größe und Gewicht der versicherten Person abgefragt und daraus der Body-Mass-Index (BMI) berechnet (Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch Körpergröße in Metern zum Quadrat). Mit einem Wert von über 30 gilt man, laut der WHO, als stark übergewichtig beziehungsweise fettleibig. Zwischen 25 und 30 ist man bereits übergewichtig.

Hier ziehen auch die meisten Lebensversicherer die Grenze für eine normale Annahme in der RLV. Die Dela beispielsweise berücksichtigt bei Antragstellern über 45 Jahren und einem BMI von über 30 einen Risikozuschlag beim Beitrag. Bei jüngeren Antragstellern ist dies schon ab einem BMI von über 28 (bis 35 Jahre) oder 29 (35 bis 45 Jahre) der Fall. Zudem ist die Sterblichkeit in allen Fällen um bis zu 25 Prozent erhöht, schreibt der Versicherer in seinen Annahmerichtlinien. Bereits ab einem BMI von über 34 muss dann eine individuelle Gesundheitsprüfung erfolgen.

Laut Daten von Check24 ist auch bei BMI-Werten von bis zu 40 noch der Abschuss einer RLV möglich. Hier ist aber in nahezu jedem Fall mit einem Risikozuschlag zu rechnen. Auch der Ausschluss von Todesursachen, die in Zusammenhang mit dem Übergewicht stehen können, ist denkbar.

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