Arbeitskraftabsicherung: Reicht es, nur die Ausgaben abzusichern?

Detlef Pohl Berater Zielgruppenansprache Top News

Welche Ausgaben erfragt werden sollten

„Ich frage meinen Kunden, ob er seinen Lebensstandard absichern möchte oder nur das Nötigste“, berichtet der Makler. Meistens fragten die Kunden nach. Dann erkläre er das, und der Kunde entscheide, was er haben will. „Für gewöhnlich sind die Ausgaben niedriger als die Einnahmen. Da kann man an der Höhe der Absicherung sparen“, erklärt der Makler. Der Einfachheit halber unterteilt Wenzel die Ausgaben in die Bereiche Eigenbedarf, Wohnen und Kinder.

  • Zum Eigenbedarf gehören Essen, Trinken, Freizeit, aber auch das Sparen. Für gewöhnlich müssen diese Ausgaben nicht nur bis 67 Jahre bezahlt werden, sondern ein Leben lang - zunächst aus dem Arbeitseinkommen, später dann aus der Altersversorgung.
  • Ausgaben für das Wohnen müssen entweder ebenfalls ein Leben lang (Miete) oder – wird Wohneigentum abbezahlt – nur für die nächsten 20 bis 30 Jahre getragen werden.
  • Die mit der Elternschaft verbundenen Ausgaben für Kinder sind bis 60 oder noch kürzer abzusichern. Denn spätestens mit 30 sollte der Nachwuchs auf eigenen Füßen stehen.

„Meist gibt es gute Gründe, nach dem Ausgaben-Check beide Lebensgefährten gegen BU und Altersarmut zu versichern“, sagt der Makler. Sind die Kinder wirtschaftlich selbstständig und das Wohneigentum abbezahlt, sei oft kein BU-Schutz nach dem 60. Geburtstag mehr nötig, glaubt Wenzel. Darüber kann man geteilter Meinung sein, weil niemand weiß, was in sieben Jahren alles passiert (procontra berichtete). Der Preisvorteil sei aber enorm: „Eine BU-Police bis 60 kostet ungefähr die Hälfte einer BU-Versicherung bis 67“, so der Experte.

Gesetzliche Ansprüche als Ausgangspunkt

Je nach Berufsgruppe gibt es allenfalls kleinere Ansprüche auf gesetzliche Leistung bei Verlust der Arbeitskraft. „Welche Lücken der Kunde selbst tragen kann und welche Risikodeckung sinnvoll ist, erweist sich im Beratungsgespräch“, sagt Wenzel und verweist im Dossier auf solche Punkte wie Krankengeld bei längerer Krankheit, gesetzliche Erwerbsminderungsrente und gesetzlichen BU-Schutz während einer Umschulung.

Anschließend beleuchtet der Biometrie-Experte die wichtigsten Produkte der privaten Arbeitskraftabsicherung, über die auch procontra laufend berichtet: Krankentagegeld, BU-Versicherung, Erwerbsunfähigkeitsversicherung, Grundfähigkeitsversicherung und Dread-Disease-Policen.

Beitrag muss man sich leisten können

Fazit: Die Beratung zur BU-Versicherung kann als Absicherung des Lebensstandards angegangen werden. Dabei wird das Einkommen so hoch und lang wie möglich abgesichert. Das ist der klassische Weg, der für viele Kunden sehr teuer werden kann, weiß Wenzel. „Bei vielen Berufsgruppen sind die Kosten aber ausschlaggebend“, betont er.

Dann greife der in diesem Dossier vorgestellte Beratungsansatz: Nur die nötigsten Ausgaben werden abgesichert, und zwar immer nur so lange, wie der Kunde sie tatsächlich hat. „Das ist individuell, aber objektiv nachvollziehbar“, erklärt Wenzel. Werden die Ausgaben in Bezug gesetzt zur Erziehung der Kinder oder zur selbst bewohnten Immobilie, findet sich schnell ein emotionaler Zugang zum Thema“, so seine Erfahrung. Es könne darauf hinauslaufen, dass eine Kombination aus verschiedenen Produkten die beste Absicherung für den Kunden ist.

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Welche Ausgaben und Fristen Berater im Blick haben sollten