Wer hat wie viel Bargeld zu Hause und warum?

Florian Burghardt Berater

Wie viel Bargeld die Deutschen durchschnittlich zu Hause haben, zeigt eine Umfrage der Deutschen Bundesbank. Ostdeutsche horten demnach deutlich mehr als Westdeutsche. Auch die Beweggründe wurden aufgeschlüsselt.

Ostdeutsche horten deutlich mehr Bargeld zuhause als Westdeutsche.

Ostdeutsche horten deutlich mehr Bargeld zu Hause als Westdeutsche. Bild: Pixabay

Die Deutschen setzen bei der Geldanlage überwiegend auf Sicherheit. Das bedeutet aber auch, dass hunderte Milliarden Euro auf Tagesgeldkonten und Sparbüchern lagern, deren Verzinsung häufig bei unter 0,5 Prozent liegt.

Noch weniger Zinsen gibt es nur „unter der Matratze“ beziehungsweise im Geldbeutel, der privaten Tresor oder wo die Menschen hierzulande sonst noch ihr Bargeld horten. Laut einer Befragung der Deutschen Bundesbank unter 2.000 Teilnehmern (durchgeführt zwischen Januar und April 2018) waren in dieser Zeit pro Haushalt durchschnittlich 1.364 Euro Bargeld vorhanden. Dazu kamen noch einmal 107 Euro im Geldbeutel.

Ostdeutsche horten fast doppelt so viel Geld

Die Menge an gehortetem Bargeld gehen im Vergleich der Haushalte und Bevölkerungsgruppen deutlich auseinander. Während 22 Prozent über gar keine solche Reserve verfügen, gab es bei 5 Prozent der Befragten Beträge über 5.000 Euro. Der Höchste angegebene Wert lag bei 100.000 Euro. Männer verfügen im Schnitt über etwas mehr Barreserven (1.476 Euro) als Frauen (1.256 Euro). Grob gesagt steigt die Menge an Bargeld zu Hause oder im Schließfach mit dem Alter, wobei sie bei den 55- 65-Jährigen am höchsten ist (2.293 Euro) und danach wieder leicht abnimmt.

Auffällig ist der Unterschied zwischen Ost- und Westdeutschen. Während die Befragten aus den neuen Bundesländern im Durchschnitt 2.281 Euro zuhause haben sind es bei den Westdeutschen nur 1.130 Euro. Menschen mit Abitur haben zudem weniger Bargeld (1.181 Euro) als solche mit Hauptschul- oder Realschulabschluss (1.471 Euro).

Von allen Befragten beantworteten 1.446 die Frage nach den Gründen für ihre Bargeldhortung. Mit 58 Prozent (Mehrfachnennungen möglich) gaben die meisten Menschen als Motivation an, dass es bei den Banken kaum noch Zinsen gebe. Als weiterhin gängigstes Zahlungsmittel sehen Bargeld 55 Prozent der Menschen. Für 41 Prozent bietet es eine Sicherheit im Falle eines möglichen Versagens des technischen Zahlungsverkehrs. Als Absicherung vor Banken- und Staatspleiten sahen nur 19 Prozent der Befragten ihre Bargeldvorräte an.

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