Vitality: Kleinlein verklagt Generali

Michael Fiedler Versicherungen

Vitality-Tarife von Generali gibt es seit vier Jahren in Deutschland. Nun klagt der Bund der Versicherten (BdV) gegen die Vertragsbedingungen. Welche Punkte die Verbraucherschützer kritisieren.

Verbrauchschtuz klagt gegen Generali-Tarif

Axel Kleinlein und der BdV halten das Vitality-Programm von Generali für undurchsichtig und klagen gegen das Bedingungswerk. Bild: Christian Augustin

Fast auf den Tag genau vor vier Jahren startete Generali Vitality-Tarife in Deutschland in Verbindung mit Risikolebensversicherungen (Dialog) oder Berufsunfähigkeitsversicherungen (Generali Leben).

Die Tarife waren bereits vor ihrer Einführung heftig umstritten. Allerdings seien auch sie „aufsichtsrechtlich unter dem Aspekt der Wahrung der Belange der Versicherten überprüft“, so ein BaFin-Sprecher seinerzeit gegenüber procontra.

BdV klagt gegen Generali-Bedingungen

Diese Einschätzung teilt man beim Bund der Versicherten (BdV) wohl nicht. Der Verbraucherschutzverein hält die Bedingungen des „Fitness“-Tarifs „Vitality“ für undurchsichtig und klagt dagegen. Die Klage richtet sich gegen die Dialog Lebensversicherung, die zum Generali-Konzern gehört und Berufsunfähigkeitsversicherungen (BU) mit dem Gesundheitsprogramm „Vitality“ anbietet. Bei Abschluss würden Nachlässe bei der Versicherungsprämie als Belohnung für gesundheitsbewusstes Verhalten versprochen, so der BdV. Welches konkrete Verhalten zu welchen tatsächlichen Vergünstigungen führt, würden Verbraucher aber nicht erfahren, so die Kritik. Dem Vertragswerk sei an keiner Stelle zu entnehmen, wie das Punktesystem konkret ausgestaltet ist, hieß es vom BdV. Damit könnten die Versicherten eine Veränderung der Prämie weder vorher absehen, noch überprüfen. Weitere Kritikpunkte des BdV an den Generali-Bedingungen:

  • Entfallen oder verringern sich die Überschüsse des Versicherers, kann der Rabatt geringer sein oder ganz entfallen – auch, wenn sich der Vitality-Status im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert oder gar verbessert hat.
  • Der Wert eines individuell gesammelten Punktes nimmt ab, je mehr Punkte das teilnehmende Versichertenkollektiv gesammelt hat. Denn die Rabatte, die gewährt werden können, sind durch die Höhe der zu verteilenden Überschüsse begrenzt. Je „gesundheitsbewusster“ sich das Kollektiv also verhält, desto weniger individueller Rabatt kann erlangt werden.

„Wir haben die Dialog Lebensversicherungs-AG aufgefordert, die intransparenten und unfairen Klauseln nicht mehr zu verwenden. Da der Versicherer unserer Abmahnung nicht gefolgt ist, haben wir Klage erhoben“, so BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein.

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