SPD-Wirtschaftsforum legt Reformideen für Riester offen

Martin Thaler Versicherungen Top News

Die Riester-Rente wird von den Kunden immer seltener nachgefragt, eine Reform ist dringend gefordert. Nun legt das Wirtschaftsforum der SPD ein Positionspapier vor – mit den Vorschlägen dürften sich Union und Versicherungswirtschaft anfreunden können.

Wirtschaftsforum der SPD

Das Wirtschaftsforum der SPD hat ein Positionspapier zur Reform der Riester-Rente vorgelegt. Bild: Adobe Stock/Tobias Arhelger

Der Bestand an Riester-Verträgen entwickelt sich seit einigen Jahren rückläufig: Allein im ersten Quartal dieses Jahres schrumpfte die Vertragszahl um 52.000 Verträge. Betrug deren Gesamtzahl 2017 noch 16,607 Millionen, sank sie in den ersten drei Monaten des Jahres auf 16,478 Millionen.  

JahrVersicherungsverträge (in Tausend)Banksparverträge (in Tausend)Investmentfondverträge (in Tausend)Wohn-Riester (in Tausend)Gesamt (in Tausend)
201211.0237812.98995315.746
201311.0138053.0271.15416.000
201411.0308143.0711.37716.293
201510.9968043.1251.56416.489
201610.9317743.1741.69116.570
201710.8817263.2331.76716.607
201810.8276763.2881.81016.600
201910.7726273.3131.81816.530
I/202010.7446173.3071.81116.478

Dass neben der gesetzlichen Rente die meisten Menschen auf eine zusätzliche Altersvorsorge angewiesen sind, ist mittlerweile Konsens und wurde unlängst auch von der Rentenkommission in ihrem Bericht bestätigt. Doch der Zustand der zusätzlichen Altersvorsorge ist unter anderem aus oben genanntem Grund „nicht zufriedenstellend“, stellte die Kommission klar.  

Eine Botschaft, die nun auch von GDV-Geschäftsführungsmitglied Jörg Asmussen in der Bild-Zeitung noch einmal unterstrichen wurde. „Was wir brauchen, ist eine Riester-Revolution“, stellte Asmussen klar, auch im Hinblick auf die Verhandlungen zwischen Politik, Verbraucherschützern und Versicherungswirtschaft, die seit März stattfinden.  

Neuer Name gefordert

Gegenüber der „Bild“ verdeutlichte Asmussen die Forderungen seitens der Versicherer. Neben einer Erhöhung der staatlichen Förderung (jeder gezahlte Euro soll mit mindestens 50 Cent vom Staat gefördert werden) plädiert Asmussen auch für eine Vereinfachung des Zulagensystems. In Zukunft soll vorab ermittelt werden, ob jemandem staatliche Zulagen zustehen – eine Überweisung erst danach erfolgen. „Das würde die rund 800.000 Zulagenrückforderungen pro Jahr um 90 Prozent reduzieren, die derzeit die Sparer frustrieren“, gibt sich Asmussen überzeugt.  

Notwendig sei darüber hinaus eine Umbenennung der Riester-Produkte – die Marke habe „ihren Glanz verloren“, erklärte Asmussen. Auch hier sei die Politik aufgefordert, einen neuen Namen zu entwickeln, der die Sparer neugierig machen solle.  

Was die Verhandlungen über die Riester-Reform bislang erbracht haben, ist unbekannt – die Beteiligten haben Stillschweigen über den Stand der Dinge vereinbart. Allerdings gibt es Anzeichen, welche Änderungen sich die Große Koalition vorstellen könnte. Nachdem bereits die Union eine Reform-Wunschliste präsentiert hatte, legen nun die Sozialdemokraten nach.  

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