Pflegelücke: Sind die Lebensversicherungen vieler Enkel in Gefahr?

Florian Burghardt Berater Versicherungen Top News

Hört man sich bei den Lebensversicherern um, so ist das Thema zwar gut bekannt, Beispiele aber nicht. Das liegt daran, dass der Vertragsinhaber dem Versicherer in der Regel nicht mitteilt, warum er einen Vertrag auflösen möchte, heißt es nahezu gleichlautend von allen Unternehmen. Allerdings setzen die meisten Anbieter im Falle einer verfrühten LV-Kündigung den betreuenden Vermittler auf den Fall an. Schließlich kann eine gute Beratung nicht selten Alternativen aufzeigen.

Dass zu Kündigungen auf Anweisung des Sozialträgers aber so wenig Rückmeldung bei den Lebensversicherern eingeht, ist angesichts der Statistik überraschend: Ende des Jahres 2018 gab es knapp 300.000 Empfängerinnen und Empfänger von Hilfe zur Pflege. Das ist zwar nur etwa jeder Elfte der rund 3,4 Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland, jedoch mehr als ein Drittel der vollstationär in Pflegeheimen betreuten Personen (820.000).

Stefan Taschner, Pressesprecher der uniVersa Versicherung, die mit ihren „Tip-Top Tabaluga“-Tarifen auch auf Großeltern als Beitragszahler abzielt, fasst zusammen: „Das Urteil zeigt einmal mehr, wie wichtig die private Pflegeabsicherung ist.“ Dem ist kaum etwas hinzuzufügen. Denn privater Pflegeschutz stopft die mitunter große Lücke, die bei den monatlichen Pflegekosten nach Abzug von jeglichem Einkommen und den Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung noch bleibt. Damit erspart sie pflegebedürftigen Menschen nicht nur den Gang zum Sozialamt. Sie gibt ihnen auch die Gewissheit, dass die finanzielle Vorsorge für ihre Enkel in trockenen Tüchern liegt.

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