Naturgefahren: So teuer können Starkregen-Ereignisse werden

Michael Fiedler Berater

Wetterphänomene wie Starkregen nehmen zu. Um so wichtiger ist es, Hausbesitzer für das Risiko von Elementarschäden zu sensibilisieren. Wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) dabei helfen will.

Vermittler sollten auf Elementarrisiken hinweisen

Um Hausbesitzer für Elementarschäden - zum Beispiel nach Starkregen - zu sensibilisieren, hat der GDV ein neues Tool vorgestellt.

Extremlagen beim Wetter nehmen zu. Der Meteorologe und ARD-Wetterexperte Sven Plöger geht davon aus, dass man bald im langfristigen Mittel von einer Klimaverschiebung sprechen kann. Konkret bedeutet das: mehr Regen auf weniger Fläche.

Allerdings beläuft sich die marktweite Durchdringung von Elementarversicherungen auf etwa 45 Prozent. Dass etliche Bundesländer nur noch in Härtefällen Soforthilfen leisten werden, hat sich nach Einschätzung von Dr. Matthias Salge (GEV) noch nicht all zu sehr herumgesprochen. „Eine wesentlich größere Bedeutung für die Abschlussbereitschaft seitens der Kunden haben große Schadensfälle, über die in den Medien ausgiebig berichtet wird“, so Salge im Interview mit procontra.

Ganz ähnlich sieht man es wohl beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Der Verband präsentierte nun mit dem „Naturgefahren-Check“ eine Möglichkeit, Risiken über Schäden der Vergangenheit bewusster zu machen.
Nach Eingabe der Postleitzahl erhält man Angaben zu folgenden vier Aspekten:

  • Schäden durch Naturgefahren an Gebäuden im jeweiligen Bundesland
  • Den teuersten Schaden durch Starkregen in der jeweiligen Region an einem Einfamilienhaus
  • Den teuersten Schaden durch Sturm/Hagel in der Region an einem Einfamilienhaus
  • Einschätzung der Gefahr durch Hochwasser für Gebäude im Postleitzahlengebiet

Welche Ergebnisse das Tool für die Hauptstädte der Bundesländer liefert, ist in der untenstehenden Tabelle für den Teilaspekt „höchster Schaden durch Starkregen“ aufgelistet.

Stadt (PLZ)höchster Schaden durch Starkregen
Stuttgart (70173)600.000 Euro
München (80333)350.000 Euro
Berlin (10178)91.162 Euro
Potsdam (14467)187.127 Euro
Bremen (28195)10.634 Euro
Hamburg (20095)163.461 Euro
Wiesbaden (PLZ 65183)79.983 Euro
Schwerin (19055)40.386 Euro
Hannover (30159)85.293 Euro
Düsseldorf (40213)83.671 Euro
Mainz (55116)150.472 Euro
Saarbrücken (66111)60.000 Euro
Dresden (01067)379.400 Euro
Magdeburg (39104)93.000 Euro
Kiel (24103)52.316 Euro
Erfurt (99084)122.777 Euro

Wichtig: Sollte der Elementarschutz abgelehnt werden, sollte das auch so dokumentiert sein. Dabei können Vermittler nochmals deutlich auf das Risiko hinweisen. Eine Formulierungshilfe dazu veröffentlichte procontra bereits.

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