MVP vom Pool – Können die Daten weitergenutzt werden?

Michael Fiedler MVP Berater Digital

Viele Makler beziehen ihr Maklerverwaltungsprogramm (MVP) von einem Pool oder Verbund. Doch welche Pools bieten eigene Systeme und wer setzt auf Lizenzen von Drittanbietern? Und welches MVP darf nach Ende der Zusammenarbeit weiter genutzt werden?

MVP vom Pool? Und nach der Zusammenarbeit?

Wollen Makler ein MVP vom Pool nutzen, sollten sie sich fragen, wie nach Ende der Zusammenarbeit mit den Daten umgegangen wird. Bild: pixabay

Woher beziehen Makler eigentlich ihr Maklerverwaltungsprogramm (MVP)? Das wollte die Deutsche Versicherungsboerse in einem Makler-Audit herausfinden. Die große Mehrheit der Makler würde den Ergebnissen zufolge, ein unabhängiges Softwarehaus als MVP-Quelle bevorzugen. Pools und Verbünde kämen auf 59 Prozent (siehe Grafik).



„Bei der Einordnung dieser Ergebnisse sollte allerdings berücksichtigt werden, dass einige MVP-Anbieter ihre Nutzer auf die dvb-Befragung aufmerksam gemacht haben. Nutzer eines kostenpflichtigen MVP könnten also überproportional vertreten sein“, so Branchenkennerin Sabine Brunotte, die die Ergebnisse der Befragung auch in ihre Pool-Studie 2019 hat einfließen lassen.

Dort hat Brunotte u.a. herausgearbeitet, welche Pools ein eigenes Maklerverwaltungsprogramm (MVP) oder Lizenzen für Fremdsysteme anbieten (siehe Grafik; Klicken zum Vergrößern). 

Es lässt sich also feststellen, dass Pools und Verbünde durchaus unterschiedliche Ansätze bei der Bereitstellung von MVP verfolgen. So wird auf eigene Systeme gesetzt (bspw. blau direkt) oder mit Drittanbietern zusammengearbeitet. Pools und Verbünde kennen die Abläufe im Maklerbüro und durch die technische Unterstützung wird es möglich, hausinterne Prozesse mit denen des Maklers zu verzahnen und so Rationalisierungspotenzial zu heben. Allerdings entsteht auch ein enormes „Bindungs-Potenzial“, warnt Brunotte in ihrer Studie. Wie geht es nach einer möglichen Abkehr vom jeweiligen Pool im Arbeitsleben des Maklers weiter? Auch aus Sicht von Ralf Kohl ist diese Frage entscheidend. „Der Unternehmer sollte sich bei einer Entscheidung für einen Pool oder Verbund immer Gedanken darüber machen, was passiert, wenn man mit diesem Pool nicht mehr kann oder will? Und auch Pools können die Geschäftsbeziehung in Frage stellen und sich vom Makler trennen.“

Pools: Kann das MVP weitergenutzt werden?

 

Will man vermeiden, dass es nach Ende der Zusammenarbeit mit einem Pool oder Verbund zu Daten- und Informationsverlusten kommt, sollte also eher auf Modelle gesetzt werden, die weitergenutzt werden dürfen (siehe Tabelle; Klicken zum Vergrößern).
Schwieriger wird es, wenn eine Weiternutzung des MVP ausgeschlossen ist. Dem Vermittler bleibt dann nur die Auswahl eines neuen MVP, Rückgriff auf Versichererdaten und die Migration der Daten per Hand.

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