„Mein Name ist Hufeld“: Betrüger geben sich als BaFin-Chef aus

Anne Hünninghaus Digital Panorama

Die Behörde warnt aktuell vor Anrufen und E-Mails, die im Namen des BaFin-Präsidenten und seiner Pressesprecherin Verbraucher zu Überweisungen auffordern.

Betrüger geben sich zurzeit am Telefon als BaFin-Präsident Felix Hufeld aus.

Betrüger geben sich zurzeit am Telefon als BaFin-Präsident Felix Hufeld aus. Bild: Bernd Roselieb/BaFin

Es sind schlechte Zeiten für Deutschlands Finanzaufsichtsbehörde BaFin. Gerade erst kämpfte sie sich durchs Corona-Krisenmanagement, dann folgte schon der Wirecard-Skandal, der ihr einen massiven Imageschaden bescherte. Und nun gibt es erneut Negativschlagzeilen. In Deutschland und der Schweiz wurden mehrere Fälle bekannt, in denen ein angeblicher „Felix Hufeld“ Verbraucher am Telefon dazu aufforderte, einen hohen Geldbetrag auf ein bestimmtes Konto zu überweisen. Natürlich steckt nicht der BaFin-Präsident dahinter, vielmehr handelt es sich um eine Abwandlung des altbekannten „Enkeltricks“, bei dem Betrüger sich eines falschen Namens bedienen, um unter einem Vorwand hohe Summen abzugreifen. Neben diesen Anrufen kursieren offenbar auch Fake-E-Mails, die mit „Dr. Sabine Reimer“ unterzeichnet sind und ebenfalls von Betrügern und nicht der BaFin-Pressesprecherin stammen.

Deutsche fürchten sich davor, auf Betrüger hereinzufallen

„Die BaFin wendet sich dabei nicht an einzelne Personen, um sie im Hinblick auf konkrete Bank-, Finanzdienstleistungs- oder Versicherungsgeschäfte zu beraten“, stellt die Behörde in einer Pressemitteilung klar. Man sei ausschließlich im öffentlichen Interesse tätig. Wer solche Anrufe oder Mails erhält, solle diese ablehnen und Anzeige bei der Polizei oder Staatsanwaltschaft erstatten.

Kürzlich hatte die Behörde noch vor Betrügereien im Kontext der Corona-Pandemie gewarnt. Kriminelle hatten versucht, ahnungslose Bürger zu Transaktionen zur vorgeblichen Bekämpfung der Pandemie zu bewegen. Auch hier waren gefälschte E-Mails im Umlauf. Zudem nutzten Betrüger verringerte Kontrollmechanismen im Home-Office aus und gaben etwa den Anruf einer vorgesetzten Stelle vor.

Oft haben solche Anrufe Erfolg: Allein durch Trickdiebstähle am Telefon entstehen laut Experten jedes Jahr Schäden im zweistelligen Millionenbereich. Fast jeder dritte Deutsche hat der R+V-Studie „Die Ängste der Deutschen“ Angst davor, Opfer eines Betrugs zu werden. Durch die Hausratversicherung abgedeckt sind die Schäden in solchen Fällen in der Regel nicht.

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