Lebensversicherung: Welche Vertragsformen hoch im Kurs stehen

Detlef Pohl Berater Versicherungen Top News

Die Lebensversicherung wird häufig als Auslaufmodell bezeichnet. Trotz Niedrigzinsen hält sich die Altersvorsorge der Assekuranz aber mit modernen Ausprägungen hartnäckig am Markt. Was die Ergebnisse 2019 zeigen und wo der stärkste Umsatz herkommt.

Durch das BRSG hat besonders die Verbreitung der Direktversicherung neuen Schub bekommen“, sagt GDV-Geschäftsführer Peter Schwark. Bild: GDV

Die laufende Gesamtverzinsung für Lebensversicherungen über alle Produktarten und Tarifgenerationen hinweg sinkt gegenüber 2020 weiter leicht um 0,09 Prozentpunkte und liegt im arithmetischen Mittel bei 2,74 Prozent (2013: 3,63 Prozent). Das zeigte die Studie „Überschussbeteiligung 2020“ der Assekurata Assekuranz Rating-Agentur (procontra berichtete).

Das kann sich angesichts fehlender Alternativen bei sicheren Anlageformen sehen lassen. Gleichwohl setzt sich setzt sich die Transformation weiter fort, so Assekurata weiter. Die Branche verzeichnete 2019 die stärksten Zuwächse bei Produkten der Neuen Klassik, Index- sowie Hybridpolicen. Auch fondsgebundene Lebensversicherungen konnten im Neugeschäft zulegen (procontra berichtete). Entscheidend für erfolgreiche Transformation ist unter anderem die Ertrags- sowie Kapitalkraft der jeweiligen Gesellschaft.

Lebensversicherung boomt

Aktuell boomt der Umsatz. Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) verzeichneten Lebensversicherer 2019 ein Beitragsplus von 11,3 Prozent auf 102,5 Milliarden Euro. Der Sprung kam ausschließlich aus dem Geschäft mit Policen gegen Einmalbeitrag, das um 37,1 Prozent auf 38,2 Milliarden Euro explodierte. Das Geschäft gegen laufenden Beitrag stagnierte bei 64,3 Milliarden Euro (procontra berichtete).

Wie dem Jahrbuch „Die deutsche Lebensversicherung in Zahlen 2020“ weiter zu entnehmen ist, legte die Zahl der neu abgeschlossenen Verträge um 5,4 Prozent auf 5,2 Millionen Stück zu. Die Stornoquote blieb mit 2,68 Prozent des durchschnittlichen Vertragsbestands auf niedrigem Niveau (2018: 2,63 Prozent). Stark im Plus waren auch die ausgezahlten Leistungen. Diese stiegen um 7,4 Prozent auf 86,2 Milliarden Euro, entsprechend 236 Millionen Euro pro Tag.

Ende 2019 bestanden 87,1 Millionen Verträge bei Lebensversicherern und deren Pensionskassen und Pensionsfonds (2018: 87,7 Millionen). Davon entfallen über 50 Prozent auf Rentenversicherungen (rund 44 Millionen Verträge). Allein 2019 kamen rund 293.200 neue Riester-Verträge hinzu (-2,1 Prozent). Der laufende Beitrag dieser neuen Riester-Verträge belief sich 2019 auf 477 Millionen Euro (+3,2 Prozent). Auch bei Riester gilt also wie bei der gesamten Lebensversicherung: Totgesagte leben länger.

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