Kfz-Versicherer werben mit gratis Versicherungsschutz

Martin Thaler Versicherungen

Käufer bestimmter Volvo-Modelle bekommen in Zukunft einen Basis-Versicherungsschutz von der Allianz mitgeliefert. Auch BMW-Kunden erhalten ein zeitlich limitiertes Versicherungspaket von der Axa.

Volvo

Käufer bestimmter Volvo-Modelle bekommen von der Allianz Versicherungsschutz gratis mitgeliefert. Bild: Pixabay/ Pexels

Die Allianz setzt im Wettstreit um die Marktführerschaft im Kfz-Geschäft auf eine neue Strategie. Kunden, die seit Juli einen Volvo Recharge kaufen, bekommen mit dem Fahrzeugkauf einen Versicherungsschutz gleich mitgeliefert. „Alle Volvo Recharge Neu- und Tageszulassungen (bis zu 15 Monate nach Erstzulassung) ab dem Modelljahr erhalten das Versicherungsprodukt automatisch, sofern diese mit den drei Assistenzsystemen IntelliSafe Surround, Park Assist Pilot und 360-Grad-Kamera ausgestattet sind“, heißt es in der entsprechenden Pressemitteilung.  

Die sogenannte „Volvo Schwedenkasko“ bietet dabei Vollkaskoschutz bis zu einer Höhe von 5.000 Euro. Da diese Schadenssumme in der Regel nicht ausreichen dürfte, bietet die Allianz darüber hinaus die „Volvo Schwedenversicherung“ an, die weitergehenden Haftpflicht-, Teil- und Vollkaskoschutz bietet und direkt beim Autohändler abgeschlossen werden kann. Kunden können sich aber auch für einen anderen Versicherer entscheiden. Kommt es dann zu einem Unfall, übernimmt die Schwedenkasko den Selbstbehalt des Volvo-Fahrers bis zu einer Höhe von 5.000 Euro. Liegt der Schaden über dem Selbstbehalt des Kunden, so reguliert der Erstversicherer den Schaden und verlangt die Selbstbeteiligung vom Kunden - diese kann er sich anschließend von der Allianz erstatten lassen. Liegt der Schaden unterhalb des Selbstbehalts, kann der Kunde sich direkt an die Allianz wenden, die den Schaden direkt reguliert.

Claudius Leibfritz, Vorstand bei Allianz Partners erkennt im neuen Angebot genug Potential, „den Kfz-Versicherungsmarkt zu revolutionieren: Das Versicherungsprodukt ist automatisch in das Fahrzeug integriert. Das vereinfacht den Versicherungsverkauf enorm.“  

In eine ähnliche Richtung geht eine Kooperation, die die Axa zusammen mit der BMW-Bank eingegangen ist. Käufer der Marken BMW und Mini erhalten beim Kauf eines Neu- oder Gebrauchtwagens kostenlosen Vollkasko-Versicherungsschutz für einen Zeitraum von einem Monat. Der sogenannte „Ready2Drive“-Freimonat endet automatisch nach einem Monat. "Das ,Ready2Drive'-Konzept ist für uns eine zukunftsweisende Form des Versicherungsvertriebs im Autohandel", pries Hans-Peter Mathe, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing der BMW Bank das Konzept.

Kooperation zwischen Versicherer und Autoherstellern

Die Kooperation von Autohersteller und Versicherung ist dabei nichts wirklich neues. In vielen Autohäusern sind Vertreter bestimmter Versicherer zu finden, die den Neuwagenkäufern sogleich den notwendigen Versicherungsschutz anbieten. Manche Autohersteller sind noch einen Schritt weiter gegangen und haben in Kooperation mit etablierten Versicherern eigene Versicherungen aus der Taufe gehoben. So steckt hinter den Tarifen von Volkswagen sowie sämtlicher Tochtergesellschaften die Allianz. Bei Mercedes und Porsche agiert HDI als Partner. Die Generali-Tochter Dialog war zu Jahresbeginn exklusiver Versicherungspartner für geleaste Volvo-Pkw im Stückprämiengeschäft geworden.  

Für die Autohersteller sind diese Kooperationen lukrativ: Sie können mit zusätzlichen Leistungen den Kunden umwerben, selbst wenn sie den Versicherungsschutz kostenintensiv bezuschussen müssen. Für die Versicherer sind diese Angebote ein zweischneidiges Schwert. Zwar können sie auf diese Weise mehr Policen verkaufen, werden vom Kunden oftmals allerdings nicht als erster Ansprechpartner wahrgenommen – als dieser agiert der Händler bzw. der Autohersteller.  

Der Wettstreit um Marktanteile dürfte auch in diesem Jahr erbittert insbesondere zwischen Allianz und HUK-Coburg ausgetragen werden. Im Gespräch mit Versicherungsmonitor und Süddeutscher hatte HUK-Chef Klaus-Jürgen Heitmann angekündigt, auch in den kommenden Jahren weiter um jährlich 300.000 bis 400.000 Fahrzeuge zulegen zu wollen. Die Corona-Krise werde nach Meinung von Heitmann nur ein „Dellchen“ im Wachstum hinterlassen.