Kfz-Schadenbeispiele: Versichert oder nicht?

Florian Burghardt Berater Versicherungen Top News

Kein anderer Lebensbereich verursacht so viele Rechtsstreitigkeiten wie der Straßenverkehr. Im Schadenfall kommt es häufig auch zu Konflikten zwischen Kunden und Kfz-Versicherern. Unsere Beispiele belegen knifflige Fälle – und ihre Lösungen.

In der Kfz-Versicherung kommt es häufig zu Streitigkeiten zwischen Kunden und Versicherern. Immer wieder muss dann der Ombudsmann knifflige Fälle lösen. Hätten Sie genauso entschieden?

In der Kfz-Versicherung kommt es häufig zu Streitigkeiten zwischen Kunden und Versicherern. Immer wieder muss dann der Ombudsmann knifflige Fälle lösen. Hätten Sie genauso entschieden? Bild: Pixabay

Eigentlich ist die Kfz-Versicherung ein einfaches Produkt, allein schon durch die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestleistungen. Doch bereits die vielen juristischen Auseinandersetzungen im Schadenfall zeigen, dass die Sparte viel Konfliktpotenzial in sich trägt. Weitere Beweise dafür liefern auch die Beschwerdefälle von Verbrauchern, die Jahr für Jahr beim Versicherungsombudsmann eingehen. Häufig gibt es dabei schon Probleme zwischen Anbieter und Kunden, wenn noch gar kein Schaden in Sichtweite ist.

Wenn der Versicherer dann für die Forderungen des Kunde nicht zugänglich ist oder gar nicht leisten möchte, wenden sich viele Verbraucher an den Versicherungsombudsmann. Bis zu einem Betrag von 10.000 Euro darf er das Versicherungsunternehmen zur Leistung verpflichten, sofern er davon ausgeht, dass ein Rechtsstreit ebenfalls zur Deckungszusage geführt hätte. Darüber hinaus kann er bis zu einem Wert von 100.000 Euro eine Empfehlung zur Regulierung aussprechen.

Eine Reihe von Beispielen, in denen der Ombudsmann zu einer Lösung zwischen Versicherungsnehmer und Kfz-Versicherer beigetragen hat, haben wir in der untenstehenden Bilderstrecke zusammenstellt.

6 Kfz-Fälle: Wie hätten Sie entschieden?

Leasing-Fahrzeug: Wann leistet die GAP-Deckung?
Ein Mann hatte zur Kaskoversicherung seines Leasing-Fahrzeugs eine GAP-Deckung abgeschlossen. Diese kommt für eine mögliche Lücke zwischen der Kaskoleistung und dem Leasing-Restzahlungsbetrag auf, zum Beispiel bei einem Verkehrsunfall mit Totalschaden oder einem Autodiebstahl. Nach einem Schadenfall lehnte der Versicherer die GAP-Leistung aber ab, da der Versicherungsnehmer eine Ersatzbeschaffung noch nicht nachgewiesen hatte und daher im Rahmen der Kaskoversicherung noch keine vollständige Regulierung erfolgt war. Dem Mann war es wiederum finanziell nicht möglich, ohne Zahlung aus der GAP-Deckung ein Ersatzfahrzeug zu kaufen beziehungsweise es zu finanzieren. Der vertraglichen Regelung, auf die sich der Versicherer bezog, war keine Erläuterung zu entnehmen, wann von einer vollständigen Regulierung ausgegangen werden kann. Da die GAP-Deckung jedoch gerade vor dem Risiko des Verlusts des finanzierten beziehungsweise geleasten Fahrzeugs schützen soll, wurde dem Versicherer vom Ombudsmann eine Abhilfe nahegelegt. Dieser Anregung kam er nach und zahlte die GAP-Leistung umgehend aus. Bild: Pixabay